Mission-Log von Lt.Cmdr. Javert,
Gemeinschaftsmission mit der USS Exeter auf Ventas IV

 

[ Das Logfile ist wie immer natürlich nicht IT für die Crew einzusehen, es ist für höhere Ränge bestimmt, dient aber dazu, sich nochmal den Ablauf in Erinnerung zu rufen wenn man nicht alles mitbekommen hat.

Die letzten zwei Abschnitte über den Beschluss der Erilon und was nachträglich herausgefunden werden konnte werden jedoch der Crew als Information zur Verfügung gestellt! Diese zwei Abschnitte dürft ihr als IT-Information werten! ]


Die USS Columbia befindet sich gegenwärtig auf Routine-Patrouillendienst im Raumgebiet der Erilon. Nach über 6 Wochen ärztlich verordneter Abwesenheit von Bord, die ich mit Reha, Counseling und Empathie-Schulungen auf Betazed, gefolgt von einem kurzen Urlaub in Irland, verbracht habe, stelle ich schon wieder einmal fest, was zu den einzigen Dingen gehört, die ich nicht vermisst habe: Tagelanges Fliegen durchs leere Weltall ohne jegliche Vorkommnisse. Sogar Commander Gallagher, sonst begeisterter Weltraum-Pionier, sehnt sich nach einer Abwechslung und die Brücke ist gerammelt voll mit Crewmitgliedern, die nach der ersten Neuigkeit gieren.

Das einzige andere Schiff der Sternenflotte, das sich gegenwärtig in unserem Bereich des Erilon-Raumgebietes aufhält ist die USS Exeter, eine Akira-Klasse, die die Aufgabe hat, eine kleine, abgelegene Kolonie der Erilon diplomatisch auf ihre Evakuierung vorzubereiten, weil die Sonne ihres Systems (Das Ventas-System) in ungefähr 7 Monaten zur Supernova werden wird.

SD 23840624.210 Notruf des Shuttles der USS Exeter


Wir haben einen Notruf erhalten!  Ein Shuttle der USS Exeter, gegenwärtig mit Kurs zur Erilon-Kolonie auf Ventas IV, wird anscheinend von einer Orbitalplattform bei besagtem Planeten unter schweres Feuer genommen und stürzt ab. Commander Gallagher lässt sofort Kurs auf Ventas IV mit maximaler Warpgeschwindigkeit setzen.
Als die Columbia bei Ventas IV aus dem Warp fällt, werden wir, wie das Shuttle der Exeter vor uns, sofort von der Orbitalplattform mit schwerem Feuer begrüßt. Durch ein paar waghalsige Manöver von PO McCullen und Dank unserer stabilen Schilde trägt das Schiff keinen Schaden davon, aber die Plattform ist dennoch erschreckend effektiv in ihrer Feuerkraft. Da die Crew der Exeter schnelle Hilfe benötigt, entscheidet sich Commander Gallagher zu einer Hit-&-Run-Taktik. Mit hoher Geschwindigkeit nähert sich die Columbia der Plattform erneut, geht in tiefen Orbit und beamt das zuvor von mir zusammengestellte Aussenteam und mich so dicht wie möglich an der Absturzstelle hinunter um sich danach wieder der Plattform zu widmen.
Beim darauffolgenden Raumkampf gelingt es Commander Gallagher, die Plattform zu zerstören, doch die Explosion ist so gewaltig dass die Columbia dadurch ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wird: Sensoren, Krankenstation und weitere Bereiche des Schiffs sind schwer beschädigt und das Aussenteam ist bis auf Weiteres auf sich allein gestellt.

Mittels Tricordern finden wir die Absturzstelle des Shuttles der Exeter schnell. Der Krater ist immens und es gleicht einem Wunder, dass es anscheinend keine Toten sondern nur Verletzte (wenn auch zum Teil schwer) gegeben hat. Die Leiterin des Aussenteams der Exeter, Commander Lindström, finde ich sogar fast unverletzt vor. Die erste Verständigung geht demzufolge schnell: Unsere Mediziner und Ersthelfer beeilen sich, die Verletzten der Exeter mit zu versorgen, ich stelle zudem zwei Leute meiner Sicherheit ab um die Absturzstelle zu bewachen und Commander Lindström koordiniert die Versorgung ihrer Leute während ich mich mit dem Rest meines Teams und wenigen Leuten von der Exeter auf den Weg zur nahen Kolonie der Erilon mache um dort dringend benötigte Hilfe zu holen, denn die Verletzten der Exeter sind kaum bis gar nicht transportfähig.


[ An der Absturzstelle ]

SD 23840624.220 Erstkontakt zur Kolonie der Erilon

 
Der Erstkontakt zur Kolonie der Erilon verläuft demzufolge ganz anders als von der Sternenflotte geplant: Anstatt uns vorsichtig und höflich vorzustellen und ihnen den Grund unseres Hierseins zu erklären (was ja eigentlich die Mission der Crew der Exeter ist) stehen wir nun als Bittsteller in einer Notlage vor den Kolonisten. Diese zeigen sich verwundert über unser Hereinplatzen, reagieren aber erfreulich positiv und Hilfsbereit. Keine halbe Stunde später sind die Verletzten der Exeter in die Gebäude der Kolonie gebracht, wo wir neben ärztlicher Hilfe auch Essen und Tee bekommen. In einer kurzen Abstimmung beschließen Commander Lindström und ich, mit der genauen Erklärung des Grundes unserer Anwesenheit bis zum nächsten Tag zu warten. Ich biete ihr dennoch die uneingeschränkte Unterstützung des Aussenteams der USS Columbia an, schließlich sieht es so aus wären wir ebenfalls mindestens zwei Tage hier gestrandet und nicht nur die unerwartete Anwesenheit einer äußerst wehrfähigen Orbitalplattform (von der die Kolonisten nichts zu wissen scheinen) lässt vermuten, dass die Exeter unsere Hilfe möglicherweise gut wird brauchen können.

Im Verlauf des ersten Abends in der Kolonie lernen sich die beiden Aussenteams bereits gegenseitig besser kennen und mischen sich nicht nur untereinander sondern auch unter die Kolonisten – ein sehr positives Bild.
Die Kolonisten selbst sind in einer eng verbundenen Dorfgemeinschaft unter der Leitung des „Voron“, einer Art Dorfvorsteher, organisiert. Sie haben zwar einen über 200 Jahre alten (noch funktionsfähigen) Warpkern in einer Ecke ihres Hauptgebäudes stehen, dessen vertrautes Wummern nicht ganz zum rustikalen Innenausbau des Gebäudes passen will, schätzen aber ansonsten ein möglichst Technikfreies, einfaches und isoliertes Leben. Obwohl sie überaus freundlich und hilfsbereit sind, gibt es dennoch bald ein paar erste Beschwerden über das etwas zu ambitionierte Vorgehen einiger Sternenflotten-Mitglieder, die ohne zu fragen versuchen, die Bewohner zu scannen oder mit den Phasergewehren im Anschlag herumlaufen. Commander Lindström und ich bemühen uns, unsere Teams zu einem etwas diplomatischeren, dezenteren Vorgehen zu ermutigen und entschuldigen uns bei den Kolonisten. Wir nutzen zudem die ruhigen Minuten nachdem die wichtigsten Dinge geklärt sind um uns auf ein gemeinsames Vorgehen am nächsten Tag zu einigen: Wie bereits an der Absturzstelle versprochen wird das Team der Columbia das Team der Exeter nach Kräften bei ihrer Mission unterstützen. Wir werden die Abteilungen der Aussenteams zusammenlegen und jeweils dem höherrangigen Abteilungsleiter unterstellen. Commander Lindström behält das Oberkommando über die Mission, ich werde ihr XO. Sie wird alles koordinieren was direkt mit den Kolonisten zu tun hat, ich übernehme primär die Security und Sicherungsaufgaben um das Haus und in der Umgebung.
Ich schaffe es, kurz Funkkontakt zur Columbia zu bekommen und kann einen kurzen Statusbericht absetzen bevor die Verbindung erneut zusammenbricht.

Unsere Techniker entdecken noch am Abend, dass der Warpkern, vermutlich aufgrund seines Alters, etwas unangenehme Nebeneffekte hat: Er scheint eine Strahlung zu emittieren, die zwar gesundheitlich unbedenklich ist, aber die Sensorik unserer Tricorder stört und zudem empathische und telepathische Fähigkeiten blockiert.
Die Dorfbewohner lassen immerhin Scans zu um zu erfahren, ob die vom Warpkern ausgehende Störstrahlung für Mitglieder unserer Teams (etliche unterschiedliche Rassen) gefährlich ist. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein.


[ Der Warpkern der Kolonie ]

SD 23840625.100 Erklärung unserer Anwesenheit


Am nächsten Vormittag nach einem ausgiebigen Frühstück steht die erste schwierige Aufgabe der Mission an: Commander Lindström muss den Kolonisten erklären, weshalb die Sternenflotte überhaupt auf Ventas IV ist. Wie nicht anders zu erwarten fällt es den Kolonisten schwer zu begreifen dass ihre Sonne in so kurzer Zeit zur Supernova werden soll (Ein Fakt der auch unsere Wissenschaftler etwas ratlos zu stimmen scheint, denn knapp 7 Monate sind eine mehr als ungewöhnlich kurze Vorwarnzeit) aber  die Wissenschaftler der Exeter erklären den wissenschaftlich bewanderten Leuten unter den Kolonisten die Daten und Fakten. Die schockierten Kolonisten ziehen sich erst einmal zur Beratung zurück. Zwar ist ihr Voron, ein älterer Mann, noch nicht aufgestanden, aber sie kommen dennoch zu dem Schluss, dass sie unsere Hilfe vorerst annehmen und uns erlauben, mit ihnen zusammen an einem Evakuierungsplan zu arbeiten, wobei sie jedoch in jeden Schritt mit einbezogen werden möchten! Dem stimmen wir selbstverständlich zu.


[ Die Kolonisten werden über den Grund unserer Anwesenheit aufgeklärt ]

Kurz darauf tritt die Security an mich heran: Anscheinend hat noch am vergangenen Abend ein Mitglied der Kolonie gezielt gefragt ob die Orioner auch Mitglied der Föderation wären – seltsam, dass eine seit 200 Jahren in Isolation lebende Kolonie dieses Volk kennt! Vorsichtige Nachhaken mittels der Security hat inzwischen wohl ergeben, dass die Kolonie durchaus vor uns schon Besuch von „Aussenweltlern“ gehabt hat. Ich muss gestehen dass mein Blutdruck etwas steigt als ich erfahre, dass die Kolonie anscheinend regelmäßigen Besuch von Orionern erhält. Was genau diese hier wollen war jedoch bisher nicht in Erfahrung zu bringen, ich habe jedoch so meine Theorie dazu. Die Security bleibt an dem Thema dran, ich teile jedoch Sicherheitspatrouillen ein, gemischt aus beiden Teams, die die Umgebung um das Dorf genauestens im Auge behalten sollen.

SD 23840625.113 Der verschwundene Junge und die Tomba-Beeren


Eine aufgeregte Kolonistin tritt auf uns zu: Ihr Junge wird vermisst! Das Kind ist anscheinend in den Wald gelaufen um zu spielen, ist aber schon über eine Stunde überfällig.
Ein Team unter Leitung von Lt. Wagner, dem Sicherheitschef der USS Exeter, macht sich auf den Weg in den Wald, das Kind zu suchen. Sie werden bald fündig: Der Junge war Beeren pflücken und hatte wohl die Zeit vergessen. Neben dem Kind findet das Suchteam im Wald jedoch noch etwas anderes, Beunruhigendes: Blutspuren im Gebüsch, die nach ersten Scans mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate alt sind. Das Team bringt Proben mit zurück, die der Medizin unter Leitung von Lt. Nox von der USS Exeter, übergeben werden.
Die Mutter des Jungen ist dem Aussenteam natürlich mehr als dankbar! Und als der Junge erzählt, was er im Wald überhaupt so lange gemacht hat, werden wir bei der Gelegenheit noch etwas schlauer: Er war Tomba-Beeren pflücken, weil diese doch im Dorf langsam rar werden, weil die Orioner immer die ganze Ernte mitnehmen. Aha. Die Orioner sind also auf die Beeren scharf! Wir können den Jungen überzeugen, sich von ein paar seiner gepflückten Beeren zu trennen und übergeben sie dem Wissenschaftsteam unter Leitung von Ensign Shakri von der Exeter, einem humanoiden Katzenwesen, die sich an die Analyse der Beeren machen. Es wäre interessant zu wissen, weshalb die Orioner diese Beeren wollen.


[ Ein Strauch mit Tomba-Beeren ]

Eine erneute, kriminaltechnische Untersuchung der Blutspuren im Wald ergibt, dass hier eindeutig ein Gewaltverbrechen stattgefunden hat! Blutspritzer, Restsignaturen von Energiewaffen… lediglich eine Leiche fehlt und die Kolonisten schwören Stein und Bein dass niemand von ihnen fehlt oder schwer verletzt wurde.

Unsere Counselor reden derweil angeregt mit diversen Kolonisten um herauszufinden, was diese in ihrer Kolonie so sehr schätzen dass sie es bei der Evakuierung auf jeden Fall mitnehmen möchten! Eine diffizile Aufgabe, denn von „Mein Haus“ bis zu „Das Gemeinschaftsgefühl“ ist so ungefähr jede Abstufung an Antwort dabei.  
Da der Warpkern, der die Kolonie seit gut 200 Jahren zuverlässig mit Energie versorgt, den Kolonisten besonders wichtig zu sein scheint tut sich das Technik-Team unter Leitung von unserem Ensign Reynolds mit den Technikern der Kolonie zusammen, um den Warpkern einer ersten Analyse zu unterziehen. Leider sind genaue Messungen aufgrund des Störfeldes nicht möglich, und die Arbeit an verschiedenen Theorien, dieses Problem zu umgehen, dauert einige Zeit.
Derweil machen sich Kadett Drake und PO von Hochstein von der Exeter mithilfe der Techniker der Kolonie daran, deren defekte Sende-Einheit samt dazugehöriger Konsole zu reparieren um die Möglichkeit zu haben, notfalls Kontakt zur Außenwelt herstellen zu können.

Dabei verhalten sich die Kolonisten wie bereits am Vorabend: Einige sind sehr aufgeschlossen und hilfsbereit, andere enorm misstrauisch und negativ gegenüber allem was wir tun.

Um die Mittagszeit taucht auch endlich der Voron wieder auf und die Dorfbevölkerung zieht sich sofort in eine größere Besprechung zurück, was uns die Möglichkeit gibt, etwas offener über unsere Theorien und Befürchtungen zu sprechen: Was genau wollen die Orioner von der Kolonie? Wie können wir sie am besten schützen?

Als die Kolonisten ihre Besprechung beendet haben werden Commander Lindström und ich hinzu gebeten um noch einige Fragen zu beantworten, die hauptsächlich unsere Intentionen und unsere Vorgehensweise betreffen. Den Erilon ist es enorm wichtig, in alle Entscheidungen und Pläne mit einbezogen zu werden! Sie empfinden das Vorgehen der Sternenflotte teilweise als sehr unhöflich weil Informationen fast nur von Commander Lindström oder mir zu bekommen sind, fühlen sich teilweise wie Kinder behandelt und monieren auch weiterhin das offensichtliche Tragen von schweren Waffen in der Kolonie.
Einige der Probleme basieren sicherlich auf der grundunterschiedlichen Art der Gemeinschaftsstruktur: Während die Erilon jegliche Entscheidungen gemeinsam treffen und es innerhalb der Kolonie keinerlei Geheimnisse zu geben scheint ist die Sternenflotte eben fest in ihrem Rangsystem strukturiert und wir versuchen den Erilon klar zu machen, dass es der Sache eben nicht zuträglich ist wenn jedes niedrigrangige Crewmitglied jede Vermutung und Theorie ungefiltert sofort mit ihnen teilt, weil das unterm Strich für mehr Verwirrung und Verunsicherung als für Aufklärung sorgt. Wir möchten den Erilon keine wilden Theorien sondern ausgearbeitete Fakten präsentieren.
Die Waffen- und Securitypräsenz lässt sich leicht durch die Bedrohung durch das Orion-Syndikat erklären (Ich bin mir mittlerweile sehr sicher, dass es sich bei den genannten Orionern um Vertreter des Syndikats handelt).
Wir finden somit eine ganz gute Basis für eine weitere Zusammenarbeit mit den Kolonisten und die Counselor fahren auch nach der Besprechung damit fort, möglichst viele Informationen über das Gemeinschaftsleben der Kolonisten und Daten zu sammeln, um der Sternenflotte möglichst enge Parameter für die Suche nach einer neuen Heimatwelt geben zu können.

SD 23840625.140 Expeditionen, taktische Pläne und Forschung


Die gemeinschaftliche Arbeit zwischen beiden Crews und den Kolonisten erweist sich als effektiv:
Die Dorfeigene Programmiererin gibt den Technikern einen Programmcode, mit dessen Hilfe die Tricorder so angepasst werden, dass die Störung ausgefiltert werden kann.

Die Security macht sich daran, taktische Pläne zur Verteidigung des Hauses zu erarbeiten, da in Erfahrung gebracht werden konnte, dass das Orion-Syndikat noch am heutigen Abend wieder erwartet wird. Wir machen uns keine sonderlich große Hoffnung dass sie nicht merken könnten dass etwas nicht in Ordnung ist: Die zerstörte Orbitalplattform und der Krater, den das Shuttle hinterlassen hat, sprechen eine ziemlich deutliche Sprache. Wir können nur hoffen, unsere Anzahl zu verschleiern indem wir uns im Störfeld des Warpkerns im Haus verstecken und die Kolonisten so gut wie möglich schützen.


[ Planung der Security ]

Die Techniker erhalten den Auftrag, herauszufinden ob man das Störfeld des Warpkerns erweitern kann, denn dann wäre es möglich, einzelne Security-Mitglieder in der Dunkelheit in den Büschen zu verstecken, die derzeit noch außerhalb des Störfeldes liegen.
Um eine möglicherweise frühere Annäherung der Orioner zu bemerken stellen die Techniker Passiv-Scan-Detektoren in der Umgebung des Hauses auf, die Alarm geben sollen, sobald ein Schiff oder ein anderer starker Sensor die Umgebung des Haupthauses der Kolonie scannt.

Die Sende-Einheit ist derweil soweit repariert, dass man einzelne Energie-Impulse senden kann. Ich möchte zwar möglichst wenig vom Planeten nach außen senden weil ich die Orioner nicht mehr als notwendig auf uns aufmerksam machen möchte (Und Datenübertragungen wären definitiv ein mehr als eindeutiges Indiz für unsere Anwesenheit) aber die Columbia muss gewarnt werden dass mit dem Orion-Syndikat zu rechnen ist! Ich morse also die Warnung mit einzelnen Energie-Impulsen nach oben.

Zwei weitere Expeditionen, geführt von Lt. Wagner und mir, machen sich nochmals auf den Weg die Umgebung der Kolonie gemeinsam mit den Kolonisten zu erkunden, sich die Blutspuren nochmals anzusehen und Proben von Pflanzen zu sammeln, die den Erilon wichtig sind. Die Erkundungstour bleibt ereignislos, zeigt jedoch dass der Planet enorm reich an Leben ist – es ist schwer, sich vorzustellen, dass in gut sieben Monaten alles hier verglühen wird.


[ Fauna auf Ventas IV ]

Zurück in der Kolonie beginnen die Dinge etwas durcheinanderzulaufen, was passieren kann, wenn ein ganzer Stall voll hochmotivierter Sternenflottenmitglieder mit Hochdruck an ihren Aufgaben arbeitet:
Die Wissenschaftler finden heraus, dass aus den Tomba-Beeren Drogen synthetisiert werden können, die praktisch nicht süchtig machen – also die perfekte Party-Droge.
Die Mediziner können verifizieren, dass das gefundene Blut definitiv zu einem Erilon gehört – nur zu welchem bleibt ein Rätsel! Bei einigen Erilon werden Blutproben genommen, was einige andere Erilon als unverschämten Eingriff in ihre Privatsphäre betrachten. Ich kann die Kolonisten in einer späteren Besprechung davon überzeugen, dass das nehmen von Blutproben in jedem Falle notwendig ist, weil bei der Suche nach einer neuen Kolonie auch auf mögliche Empfindlichkeiten und Allergene getestet werden muss.
Es kommt zur Sprache, dass der Voron anscheinend die Kolonisten seit einigen Monaten (also schon seit lange vor unserem Eintreffen) dazu drängt, die Kolonie irgendwann zu verlassen. Das heizt die Theorien bei den ohnehin kreativen Sternenflottenmitgliedern zu neuen Höhen an: Was genau wollen die Orioner hier? Wird die Sonne wirklich zur Supernova? Wer hat die Orbitalplattform installiert? Gibt es möglicherweise noch eine dritte Partei in diesem Spiel? Es wird zur Herausforderung, alle wieder dazu zu ermuntern, sich auf die aktuelle Aufgabe zu konzentrieren und sich nicht zu allzu wilden Spekulationen hinreißen zu lassen.
Derweil eröffnen mir die Techniker, dass der Datenuplink zur Columbia so gut wie fertig ist und ich muss sie an dieser Stelle leider zurückpfeifen: Ein Datenuplink wäre ein Signal-Leuchtfeuer im Umfeld dieses ansonsten fast steinzeitlichen Planeten! Wenn die Orioner schon in der Nähe sind könnte diese Übertragung sie schlimmstenfalls direkt zur beschädigten Columbia leiten! Es ist verständlich dass Wissenschaft und Medizin gerne zur schnelleren Bearbeitung ihrer Analysen auf die Rechenleistung und Datenbank eines Raumschiffs zurückgreifen würden, aber das Risiko ist einfach zu hoch.

SD 23840625.154 Der Voron ist ein Hologramm!


Gerade als ich mich in einer erneuten Besprechung mit den Erilon befinde (Commander Lindström war leider nicht verfügbar) um ihnen mit Ensign MacPherson zusammen unsere taktischen Pläne zur Verteidigung der Kolonie vorzustellen und mit ihnen zu besprechen, wie sie sich am besten einbringen können, werde ich über offenen Kanal von Ensign Heyson angefunkt, der etwas wichtiges am Warpkern der Erilon entdeckt hat.

Schon kurz zuvor hatten einzelne Crewmitglieder erschreckende Entdeckungen gemacht: Nicht nur scheint der Voron sich seltsam zu verhalten (Stichwort Aufforderung zum Verlassen der Kolonie), seine Blutprobe löst sich auf sobald man den Bereich des Störfeldes verlassen hat – und die Techniker haben ein seltsames Gerät im Warpkern der Kolonie gefunden, das dort definitiv nicht hingehört. Meine Anordnungen gingen dahin, die Theorien diesbezüglich erst einmal für sich zu behalten, da die Kolonisten gerade anfangen gut mit uns zusammenzuarbeiten und sehr auf ihren Voron fixiert sind. Die Vermutung dass er nicht echt sein könnte würde definitiv sehr viel Unruhe bringen!

… was auch prompt passiert.
Was Ensign Heyson mir zeigen will – und was er nun im Beisein der gefühlt gesamten Kolonie tun muss – ist, dass das unbekannte Gerät im Warpkern ein Holo-Generator ist, auf dessen Display ein Bild des Voron prangt. Die Kolonisten sind geschockt, glauben uns aber immerhin, dass wir das selbst gerade erst herausgefunden haben und machen uns daher für diese neue Eröffnung nicht verantwortlich. Der Voron selbst scheint von seiner holografischen Identität keine Ahnung zu haben, er streitet ab ein Hologramm zu sein!


[ Der Holo-Emitter im Warpkern ]

Ein Test, den er natürlich bereit ist zu erbringen, bestätigt die traurige Theorie: Der Voron marschiert voller Überzeugung, ein lebendiger Erilon zu sein, aus dem Bereich des Störfeldes hinaus und löst sich prompt in Lichtphotonen auf. Er bleibt verschwunden.
Nun haben wir kurzfristig genau das Chaos in der Kolonie, das zu vermeiden ich gehofft hatte. Die Erilon sind verstört und verängstigt und setzen sich zu einer weiteren, längeren Dorfbesprechung zusammen.
Einige Zeit später wird die Wirtin Hirani, schon die ganze Zeit eine der Hauptsprecherinnen und uns zum großen Glück wohlgesonnen, zur neuen Voron erklärt und die gemeinschaftliche Arbeit kann weitergehen.

SD 23840625.171 Geiselnahme durch das Orion Syndikat


Gerade läuft die Zusammenarbeit wieder in geregelten Bahnen und es kommt wieder etwas Ruhe herein, da kündigt sich der nächste Schicksalsschlag für die gebeutelten Kolonisten an:
Zwei Schläger des Orion-Syndikats klopfen ganz offen an die Tür und eröffnen, dass sie zwei der Kinder der Erilon als Geiseln genommen und vergiftet haben. Sie fordern dreist, dass man ihnen binnen einer Stunde alle gesammelten Daten und Informationen zu den Tomba-Beeren im Austausch gegen die Kinder übergeben soll und lassen als Beweis ein Fläschchen Blutserum der Kinder da.
Sie gehen zum Glück schnell genug dass meine Selbstbeherrschung nicht aus den Fugen gerät…

Während die Wissenschaftler sich an die Analyse des Giftes machen (und direkt ein Gegenmittel in Angriff nehmen) gelingt es mir, außerhalb des Störfeldes empathisch die Präsenz der verängstigten Kinder im Wald zu spüren.
Just in diesem Moment werden wir von der Columbia kontaktiert: Das Schiff ist weitestgehend wieder einsatzbereit und der Commander hat zwei Gruppen von Orionern auf dem Planeten gescannt: Eine von ca. 15 Mann die sich auf das Haupthaus der Kolonie zubewegt, eine weitere, etwas kleinere Gruppe, die sich gegenwärtig der Position der anscheinend von einem Vorauskommando entführten Kinder annähert.

Ich würde am liebsten sofort mit einer kleinen, schlagkräftigen Einsatztruppe losstürmen um vor der größeren Gruppe bei den Kindern zu sein und die Geiselnahme schnell und effektiv zu beenden, doch Commander Lindström ist anderer Meinung. Ich versuche sie beiseite zu nehmen um das Vorgehen außer Sicht- und Hörweite der anderen Teammitglieder zu besprechen, aber sie hält das Angesichts der Nähe der Orioner für zu gefährlich und so kommt es zu einer (leider) lautstarken Diskussion über das bessere Vorgehen vor versammelter Mannschaft.
Commander Lindström hält nichts davon ein kleines Team loszuschicken und besteht zudem auf einen Verhandlungsversuch. Sie hat den höheren Rang und ich beuge mich zähneknirschend (zugegeben). Nachbetrachtend frage ich mich ob ich einfach aus Prinzip nicht zu Verhandlungen mit dem Syndikat bereit bin, ob mich Geiselnahme-Szenarien durch das Syndikat generell inzwischen rot sehen lassen oder ob die von mir angeratene Vorgehensweise meiner Erfahrung entspricht? Ich bin nicht zu 100% objektiv bei dieser Sache, soviel muss ich zugeben.

Schließlich wird das Team doch aufgeteilt, meines Erachtens nach etwas zu spät, aber besser das als nie. Ich darf mir Teammitglieder aussuchen, die fit, gut zu Fuß und taktisch geschult sind, darunter natürlich O’Connor und Wynter, aber auch PO T’Cadra und Ensign Maxwell, Crewman de Kastelack, Lt. Nox und Ensign Shakri von der Exeter.
Da wir nicht viel Zeit haben vertraue ich auf mein Team (O’Connor und Wynter sind schließlich genau für solche Dinge ausgebildet) und meinen Instinkt und beschließe ein nicht unriskantes Manöver: PO T’Cadra wird mit einem Phasergewehr als Scharfschützin auf einem Dach in der Nähe der Orioner platziert, ich gehe allein zu den Orionern und ihrem Schlägertrupp, der leidlich effektiv in den umliegenden Büschen versteckt ist, um deren Aufmerksamkeit mit vermeintlichem Verhandlungswillen auf mich zu ziehen und derweil umrundet der Rest des Teams unter Leitung von O’Connor die Szenerie um die Orioner einen nach dem anderen von hinten auszuschalten.
Nein, ich glaube nicht an Verhandlungen mit dem Syndikat.
Es hat noch nie funktioniert und ich bin nicht gewillt, das Leben von zwei Kindern in einem optimistischen Versuch aufs Spiel zu setzen.


[ Vorgetäuschte Verhandlung mit dem Orion-Syndikat ]

Mir ist klar, dass mein Plan wieder Gespräche mit dem Counseling nach sich ziehen wird, schließlich stelle ich mich als offene Zielscheibe in die Mitte, aber wie PO O’Connor (dankenswerterweise meiner Meinung und nicht diskutierend) Ensign Hunter später erklären wird: Nachdem das Vorgehen festgelegt war, war ich nicht nur die beste Ansprechpartnerin um die Orioner abzulenken sondern auch das entbehrlichste Teammitglied.

Um es kurz zu fassen: Nach einem längeren Feuergefecht bei dem ich ziemlich schwer verwundet werde (Die Orioner haben wieder einmal mit Burn-Einstellung geschossen) können die Kinder unverletzt befreit und rechtzeitig zur Kolonie zurückgebracht werden um das entwickelte Gegengift zu bekommen.

Wie ich später erfahre hat das zweite Team der Orioner fast zeitgleich mit unserem Zugriff das Haupthaus der Kolonie durch alle drei Eingänge gestürmt. Es gab auch hier viele Verletzte und letztlich mussten die Daten über die Tomba-Beeren an die Orioner herausgegeben werden, damit sie die Kolonisten nicht angriffen, wonach sie tatsächlich abzogen.
Sie kamen allerdings nicht weit, wurden im Orbit durch die inzwischen wieder halbwegs intakte Columbia abgefangen und in der Brig interniert. Berichten zufolge wurde sogar ein Frachtraum in eine zweite Brig umfunktioniert um letztlich alle gefangenen Syndikatler in sicheren Gewahrsam nehmen zu können – ein Fakt, der mir alle Verletzungen mehr als aufwiegt!

Ich erfahre später, dass die Versorgung der Verletzten hauptsächlich und sehr effektiv durch Ensign Reynolds koordiniert wurde. Es gab zum Glück keine Verluste. Ensign Maxwell übernahm kurzfristig die Stelle des Chief of Security für den verletzten Lt. Wagner und die ebenfalls verletzte Ensign MacPherson. Commander Lindström hatte den Angaben von O’Connor nach wohl Glück und wurde nicht verletzt.
Dank der Bemühungen von Dr. Nox und Dr. Knight bin ich bald wieder halbwegs auf den Beinen und kann mich nach dem Befinden der Kolonisten erkundigen.

Diese sind sehr dankbar für unsere Hilfe und die Rettung ihrer Kinder! Nach einem ausgiebigen Abendessen (und einer weiteren Besprechung) setzen sie sich noch einmal mit Commander Lindström und mir zusammen um uns ihren finalen Entschluss bezüglich der Evakuierung mitzuteilen.
Die Essenz ist: Sie stimmen der Evakuierung auf jeden Fall zu, möchten aber zu einhundert Prozent ihre Eigenständigkeit und ihr Mitbestimmungsrecht behalten (Details siehe unten). Commander Lindström und ich sind zufrieden mit der Entscheidung der Erilon und ich biete ihnen an, jederzeit die Columbia kontaktieren zu können sollten sie in absehbarer Zeit Hilfe benötigen, weil wir doch deutlich häufiger in diesem Raumsektor unterwegs sind wie die USS Exeter.

Der Rest des Abends verläuft mit friedlichem Zusammensitzen der bunt gemischten Crews und Kolonisten und am nächsten Tag trifft die USS Exeter bei Ventas IV ein.

Mein Fazit zu dieser Mission:
Ich habe höchsten Respekt vor den Crews der Exeter und der Columbia! Obwohl wir eilig überstürzt in einer brisanten Mission von auch diplomatisch nicht ganz einfacher Natur zusammengewürfelt worden sind hat die Zusammenarbeit kameradschaftlich und tadellos geklappt.
Natürlich läuft es niemals ganz ohne kleine Patzer und Schnitzer ab, da muss ich mich auch an die eigene Nase fassen, aber unterm Strich war die Effektivität und die Begeisterung der Crews bewundernswert.

Zusammenfassung: Beschluss der Erilon-Kolonie


Die Kolonisten stimmen der Evakuierung grundlegend zu. Sie möchten jedoch erst einmal keinen Kontakt zu den anderen Erilon oder sonst einem Volk. Wenn möglich möchten sie ein neues Schiff, mit dem sie sich auf eigene Faust eine neue Welt suchen können, wo sie erst einmal ihre Kolonie neu aufbauen möchten. Wenn sie ihre Gemeinschaft in der neuen Umgebung gefestigt haben schließen sie auch einen Kontakt nach außen nicht aus.

Die Kolonisten stimmen zu, eine technisch hochwertige Kommunikationsanlage mitzunehmen, damit sie im Fall einer Bedrohung oder dem Wunsch nach Kontaktaufnahme die Föderation kontaktieren können.
Ich habe der neuen Voron angeboten, dass sie gerne jederzeit die Columbia kontaktieren können, weil wir ohnehin öfters in dem Raumgebiet patrouillieren, sie somit einen gleichbleibenden Ansprechpartner hätten und nicht ständig mit neuen Leuten zu tun, denen sie die Situation neu erklären müssen. Die Voron hat das dankend angenommen.

Was abschließend herausgefunden werden konnte:


Die Sonne wird tatsächlich zur Supernova, das konnte durch Messungen überprüft werden. Ungewöhnlich ist es dennoch, aber die Wissenschaftler können sich keinen rechten Reim darauf machen – ausser dem Fakt dass es passieren wird.

Die Verhöre der gefangenen Orioner ergaben:
Der alte Voron ist leider tot. Beim Versuch ihn zu erpressen ist er bei der Folter im Wald gestorben und die Orioner haben ihn aus reiner Notwendigkeit die Kolonie stabil und am Laufen zu halten durch ein Hologramm ersetzt das ihnen in die Hände gearbeitet hat.
Die Orioner sind einer kleine Zelle des Syndikats und wollten sich durch die Drogen, die man aus den Beeren gewinnen kann, hocharbeiten. Sie haben also die Kolonie erpresst damit sie die Beeren für sie ernten. Als die Orioner merkten, dass die Sonne bald zur Nova werden wird, wollten sie den Voron dahingehend erpressen, dass er die Kolonisten dazu bringt, alle Informationen aufzuschreiben die man für einen möglichen Anbau der Beeren anderenorts benötigt.
Die Orbitalplattform war eine grob zusammengestückelte Abwehrwaffe, die verhindern sollte, dass Leute von außen kommen um den Kolonisten zu helfen.



Ende des Logfiles


Gez. Lt.Cmdr. Lucille Javert,
XO der USS Columbia