Die Umrüstung der Columbia


Gesamtkonzept:
Bei der Umrüstung der Columbia hatte man sich zum Ziel gesetzt dem äußerst schlagkräftigen Kriegsschiff weitere Missionsoptionen zu geben und ihm ein breiteres Einsatzspektrum zu verschaffen. Das Schiff sollte fortan in der Lage sein wesentlich länger ohne Nachschub zu operieren als ein herkömmliches Schiff der Defiant-Klasse und gleichzeitig wesentlich flexibler auf unterschiedliche Missionsparameter eingehen zu können. Dabei sollte in Kauf genommen werden das sich die Kampfkraft leicht reduzieren würde. Das endgültige Konzept das schließlich umgesetzt wurde war im Endeffekt ein Kompromiss – aber es war damit gelungen ein Schiff zu entwickeln das trotz geringer Größe und einer im Vergleich sehr kleinen Besatzung überaus leistungsfähig war. Es könnte gut sein das diese Form von Schiffen in Zukunft nach und nach die großen Explorer und Kreuzer der Sternenflotte ablösen werden, vor allem in Hinblick auf die rasche Expansion der Föderation und der Tatsache das die Sternflotte trotz der aktuellen Bauprogramme immer mehr Weltraum mit immer weniger Schiffen und Personal kontrollieren muss. Hinzu kommt das die Dienstzeit der kleinen Forschungsschiffe der Oberth-Klasse, die den Großteil der Wissenschaftlichen Missionen der Sternenflotte durchgeführt haben 2380 endgültig ablief, und es bei weitem nicht genug Schiffe der Nova- und Intrepid-Klasse gab um den Wegfall dieser Einheiten aus dem Operativen Einsatz auch nur annährend auszugleichen. Die umgerüstete Columbia verfügt allerdings definitiv über sämtliche Einrichtungen und Sensoren um eine typische Oberth-Mission mit der Hälfte des Personals zu bewältigen, besitzt gleichzeitig einen wesentlich schnelleren Warpantrieb und ist für den Fall der Fälle erheblich kampfstärker. Es ist ein Schiff, das immer dort eingesetzt werden kann wenn kein größeres oder spezialisierteres Schiff verfügbar ist oder wenn es um Missionen geht bei denen die Größe und die Anzahl der Besatzungsmitglieder keine Rolle spielt. Die Columbia ist damit noch weit von der Eierlegenden Wollmilchsau entfernt die sich Commodore Quintus gewünscht hatte, aber sie ist ein überaus flexibel einsetzbares Schiff das auch problemlos dorthin geschickt werden kann wo es ein wenig brenzliger zugeht.


Innenraumgestaltung:
Die Defiant-Klasse besitzt den Ruf das unkomfortabelste Schiff der Sternenflotte zu sein, und das zu Recht. Die Schiffsklasse war von vornherein so konzipiert gewesen das sie von einer Sternenbasis aus operieren konnte und die Besatzung nur kurze Dienstzeiten an Bord verbringen musste. Außerdem blieb einfach nicht genug Platz für Komfort, und da das Schiff allein für den Kampfeinsatz konstruiert worden war wurde dieser Aspekt völlig vernachlässigt. Beim Umbau der Columbia wurde der Innenraum daher komplett umgestaltet. Zunächst wurde die Besatzung von ursprünglich 50 Personen auf 26 reduziert, was durch eine höhere Automatisierung der Schiffssysteme und Veränderungen bei den Kontrollsystemen möglich wurde. Nach der Umrüstung ist es theoretisch möglich das Schiff mit nur fünf Personen zu Führen ohne das Einschränkungen der Schiffsfunktionen vorhanden wären. Im Notfall reicht eine Person aus um das Schiff zu manövrieren und mit Hilfe des Bordcomputers grundlegende Operationen durchzuführen. Die ursprünglichen, engen Doppelkabinen wurden zu kompakten Einzelkabinen umgebaut was jedem Besatzungsmitglied ermöglicht einen eigenen Raum zu bewohnen. Die Kabine des Kommandanten wurde an seinen Bereitschaftsraum angegliedert und ist geringfügig geräumiger als die der restlichen Besatzung. Die Fünf Passagierkabinen lassen sich bei Bedarf umkonfigurieren, so dass es möglich ist zehn Personen in Doppelunterbringung oder fünf Personen in Einzelunterbringung zu beherbergen. Sollte es erforderlich werden, zum Beispiel wenn das Schiff als Truppentransporter eingesetzt werden muss, können die Quartiere mit wenigen Tagen Arbeit so umgebaut werden, dass sie bis zu 6 Personen aufnehmen können, was allerdings extrem beengte Verhältnisse bedeutet und eindeutig nur bei Kurzzeitmissionen empfohlen wird. Die sichere Maximalkapazität des Lebenserhaltungssystems liegt bei 150 Personen, wobei diee Anzahl die Bordressourcen wesentlich schneller aufbraucht als dies bei normaler Besatzungsstärke der Fall ist. Die Standard Defiant-Brücke der Columbia auf Deck 1 wurde vollständig durch ein anderes Modul ersetzt, das den Missionsparametern des Schiffes wesentlich besser entspricht als die Originalbrücke. Es ist geplant dieses Brückenmodul regelmäßig zu verbessern und auf den neuesten Stand zu bringen. Auf Deck 1 wurde zusätzlich direkt neben der Brücke ein kleiner Konferenzraum eingerichtet. Hinzu kam außerdem ein Sicherheitsbüro mit angegliederter Arrestzelle, das im Bedarfsfall als taktische Einsatzzentrale und als Operationszentrum zur Koordination von Bodenmissionen genutzt werden kann. Das Medizinisch/Wissenschaftliche Labor auf Deck 2 wurde mit der Krankenstation zusammengelegt, die aufgrund der geringeren Besatzung nicht mehr in der ursprünglichen Größe benötigt wurde und mit der Fähigkeit ausgerüstet die Funktion einer Astrometrischen Abteilung zu übernehmen. Die Messe wurde leicht verkleinert, dafür kam eine voll ausgestatte Küche hinzu, die es der Besatzung ermöglicht frische Mahlzeiten zu zubereiten, was auf den Schiffen der Flotte immer mehr in Mode kommt. Studien haben gezeigt dass sich frische Nahrungsmittel, vor allem auf Langzeitmissionen, positiv auf die Moral der Besatzung auswirken. Auf Deck 3 wurden die Frachträume 3 und 4 komplett umgebaut. Frachtraum 3 wurde zum Holodeck des Schiffes umfunktioniert, dessen Leistungsfähigkeit dem einer Intrepid-Klasse entspricht. In Frachtraum 4 wurde ein Mehrzwecklabor eingerichtet, das in der Lage eine großes Spektrum an Wissenschaftlichen Arbeiten und Untersuchungen vorzunehmen, und das verwendet wird wenn das Medizinisch/Wissenschaftliche Labor auf Deck 2 nicht ausreicht. Um die Frachträume zu ersetzen wurden die heckwärtigen Torpedomagazine vollständig ausgebaut – sie erfüllen jetzt die Funktion von Frachtraum 3 und 4. In ihnen wird ein Großteil der Ersatzteile und des Nachschubs eingelagert, während Frachtraum 1und 2 hauptsächlich für Missionsspezifische Fracht reserviert sind. Die Anzahl der Shuttles wurde von fünf auf drei reduziert. Damit verbleibt ein Typ-10 Shuttle in Hangarbucht 3 und zwei Typ-18 Shuttlekapseln in Hangarbucht 2. Hangerbucht 1 bleibt ungenutzt und kann missionsspezifisch bestückt, als zusätzlicher Frachtraum verwendet oder zur Aufnahme anderer Raumfahrzeuge genutzt werden, die zu klein sind um am Schiff anzudocken. Die Anzahl von zwei Workbees wurde nicht verändert. Der gesamte Innenraum wurde angenehmer und heller gestaltet, ist dabei aber noch immer schlicht und funktionell gehalten. Vorherrschende Farben sind Grau und Weiß, die Sessel und Stühle sind mit blauem Stoff bezogen. Bei der neuen Einrichtung wurde darauf geachtet eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen und das Teamwork zwischen den Abteilungen zu fördern. Auf zusätzliche Fenster wurde vollständig verzichtet, da man die Struktur der Schiffshülle nicht verändern wollte. Die Anzahl von 16 Rettungskapseln wurde beibehalten, wobei die ursprünglichen 6 Personen Kapseln des Typs-3 durch den gleich großen aber leistungsfähigeren Typ-5 ersetzt, dessen Lebenserhaltungssystem bis zu 10 Personen versorgen kann.


Antriebs- und Energiesysteme:
Die wichtigste Veränderung zur Original Defiant-Klasse war hier eindeutig der Einbau des neuen Typ-VIII Quadcore Warpkerns, der den alten Typ-VII ersetzte. Dieser zeichnet sich durch eine wesentlich höhere Energieausbeute bei niedrigerem Materie/Antimaterieverbrauch aus, und ist daher besonders für Langstreckenschiffe geeignet die selten die Gelegenheit haben ihre Treibstoffvorräte aufzustocken. Der Typ-VIII ist kompakter als sein Vorgänger und zeichnet sich durch ein Innovatives Reaktionssystem aus, das die Effizienz erhöht und auch bei hohen Geschwindigkeiten für ein sehr stabiles Warpfeld sorgt. Wie auch der Vorgänger kann der Warpkern der Columbia nicht ausgestoßen werden. Im Falle eines möglichen Kernbruchs kann der Materie/Antimaterie Fluss gesperrt, die Antimaterielagerkapseln können ausgeworfen, das Warpplasma kann über spezielle Auslassventile ausgeblasen und der Kern selbst kann über ein Notsystem abgeschaltet werden. Dieses System hat sich bis jetzt recht gut bewährt, wobei es unumstritten ist das ein Ausstoß des gesamten Reaktorsystems manchmal vorteilhafter für das Überleben des Schiffes sein kann. Durch das Notabschaltungssystem ist jedoch bewerkstelligt dass das Schiff nach der Versorgung mit neuer Antimaterie wesentlich schneller wieder voll einsatzbereit gemacht werden kann als wenn der gesamte Kern ersetzt werden müsste. Durch den neuen Kern wurde auch die Leistungsfähigkeit der Warpspulen erhöht – diese sind jetzt in der Lage eine Geschwindigkeit von Warp 9,982 über längere Zeit hinweg zu halten und besitzen eine Maximaldauerreisegeschwindigkeit von Warp 9,5. Die maximale Geschwindigkeit des Antriebs liegt geschätzt bei Warp 9.998, wobei hier ein Durchbrennen der Spulen und das Versagen der Strukturellen Integrität wahrscheinlich ist. Die Spulen des Schiffes waren bereits vollständig nach den neuen Kriterien zur Eindämmung der Subraumverschmutzung konstruiert worden, und bedurften dahingehend keiner Nachrüstung. Da das Energieverteilungsnetz der Columbia in einigen Teilen des Schiffes neu verlegt werden musste um die zusätzlichen Systeme zu versorgen kam es dahingehend beim Testflug zu leichten Problemen mit der Versorgung der Langstreckensensoren, die jedoch vom neuen Chefingenieur der Columbia, Chief Petty Officer Wolfgang Benz, schnell behoben werden konnten. Die Impulsantriebssysteme wurden nicht verändert, und die Columbia ist nach wie vor im Unterlichtflug sehr manövrierfähig. Die Manuelle Steuerung wurde durch ein Software Update leicht verbessert und das Schiff spricht jetzt auf Wunsch des Piloten noch direkter auf dessen Steuereingaben an, was diesem die Möglichkeit gibt die Columbia fast wie einen Jäger zu manövrieren, sollte dies erforderlich sein.


Taktische Systeme:
Bis auf die Entfernung der hinteren Torpedowerfer wurde an der Bewaffnung nichts grundlegend an der Bestückung der Columbia verändert. Die Einsatzpraxis der Schiffe der Defiant-Klasse hat gezeigt dass die Heckwerfer ohnehin nur selten zum Einsatz kamen, da der Gegner üblicherweise während der Schlacht im Frontbereich gehalten wird um die Pulsphaserkanonen, welche eindeutig die Hauptbewaffnung darstellen, einsetzten zu können. Es verbleiben die beiden Bugwerfer, die vom vorderen Torpedomagazin versorgt werden. Dies kann insgesamt 64 Torpedos aufnehmen, allerdings reduziert sich die Kapazität bei der Standardbestückung auf 50, da dort 14 Sonden verschiedener Klassen mitgeführt werden. Aufgrund der allgemeinen Knappheit der kompliziert herzustellenden Quantentorpedos ist die Columbia in der Standardbestückung nur mit Photonentorpedos ausgerüstet. Die Werfer sind jedoch in der Lage auch Quantentorpedos abzufeuern, und das Schiff kann jederzeit damit ausgerüstet werden wenn die Mission es erfordert. Durch ein Update der Lateralen Sensoren und der Zielerfassungsscanner wurde die Treffsicherheit der Pulsphaserkanonen leicht erhöht, allerdings zeigte sich durch den Einbau des neuen Warpkerns eine Verringerung der Feuerkraft um 20% ergeben hat. Die Pulsphaserkanonen sind direkt an das Warpplasmaverteilungsnetz angeschlossen und werden dadurch mit Energie versorgt. Es stellte sich heraus das die Frequenz des neuen Warpplasmas für die Pulsphaser nicht mehr optimal abgestimmt war, und es gelang den Technikern nicht das Problem in den Griff zu bekommen. Man nimmt allerdings an das es durch den Einbau speziell angefertigter Fokuskristalle gelöst werden könnte. Vorerst musste man sich jedoch wegen des nicht zu vernachlässigeneden Aufwands mit den aktuellen Verhältnissen zufrieden geben. Die Dorsal montierte Typ-X Phaserphalanx wurde nicht verändert. Die Hülle, der Ablative Panzer und die Schutzschilde wurden nicht verändert und die Columbia besitzt damit trotz ihrer geringen Größe eine erstaunliche Überlebensfähigkeit in einem Raumgefecht. Ursprünglich war geplant die vier automodulierenden methaphasischen Schildgeneratoren durch ein regeneratives Schutzschildsystem wie es bei der Sovereign-Klasse zum Einsatz kommt zu ersetzen, was jedoch aufgrund technischer und logistischer Schwierigkeiten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden musste. Mit der Umrüstung hat die Columbia ohne jeden Zweifel einen Teil ihrer ursprünglichen Schlagkraft eingebüsst, gehört aber noch immer zu den kampfstärkeren Schiffen der Flotte.


Sensoren, Computersysteme und Hilfssysteme:

Ein wichtigen Teil der Umrüstung der Columbia war die deutliche Erweiterung der Sensorkapazität, um ihr damit ein größeres Spektrum wissenschaftlicher Einsatzgebiete zu ermöglichen. Sowohl Lang- als auch Kurzstreckensensoren wurden verbessert und erweitert. Außerdem führt das Schiff jetzt eine große Bandbreite verschiedener Wissenschaftlicher Sonden mit sich. Der Computerkern der Columbia wurde nicht verändert, doch die Datenübertragung wurde durch den zusätzlichen Einbau bioneuraler Schnittstellen verbessert und die Geschwindigkeit des Systems erhöht. Transportersysteme und Traktorstrahlgeneratoren wurden nicht verändert. Das Schiff ist nach wie vor in der Lage in der Atmosphäre eines Planeten zu operieren und mit Hilfe ausfahrbarer Landestützen auf der Oberfläche zu landen.