Offizieller Bericht von Ensign Dr. Daniel Sanders,

Sternzeit: 23850514.083
Kontaktaufnahme mit den Xartak

 

[ Das Logfile ist wie immer natürlich nicht IT für die Crew einzusehen ]

 

 

Zu Sternzeit 23850510.221 war die USS Columbia an der Starbase 114 angedockt, als Commander Javert an Bord des Schiffes kam. Kurz nach ihrem Eintreffen wurde eine Stasiskapsel auf die Krankenstation gebeamt und direkt im Anschluss legte das Schiff von der Station ab. Da mir zu diesem Zeitpunkt keinerlei Informationen bezüglich des Inhalts der Kapsel vorlagen, habe ich mich aus Gründen der Sicherheit von Schiff und Besatzung zu einem Scan entschlossen. Der Scanner zeigte einen Xartak, welcher nach einem Abgleich mit den Daten im Schiffscomputer als eben jeder Xartak identifiziert werden konnte, den wir im Zuge der Helios-Mission gefangengenommen hatten. Aufgrund dieser Erkenntnis veranlasste ich die Aktivierung eines Sicherheitskraftfelds um die Stasiskapsel herum.


Kurze Zeit später wurde die Mannschaft in die Messe gerufen. Commander Javert erläuterte den Plan, für deren Durchführung sie die Columbia und deren Crew benötigte. Sie hatte vor, unter Verwendung der Tarnvorrichtung in den Raum der Xartak zu fliegen, um mit diesen Kontakt aufzunehmen und zu versuchen, eine friedliche Lösung der aktuellen Konflikte zu finden. Laut ihren Aussagen hatte sie um Zuge der laufenden Forschungen weiteren telepathischen Kontakt mit dem gefangenen Xartak, der seine Unterstützung bei diesem Vorhaben zugesichert und eine Route zu einer Raumstation hat, auf welcher Mitglieder seiner Spezies zu finden wären, die ebenfalls offen für Interaktion sein sollen. Mithilfe eines Gerätes, das als Universumsgerät bezeichnet wird und von einer vergangenen Mission der Columbia mitgebracht wurde, sollte ermöglicht werden, dass nicht-telepathische Crewmitglieder ebenfalls mit den Xartak in Kontakt treten und so als vollwertige Lebewesen wahrgenommen werden können.
Ein weiterer, aus medizinischer Sicht relevanter Grund für diese Entscheidung war die Verschlechterung des
Gesundheitszustands des Xartak. Offenbar führt eine längerfristige Unterbrechung des telepathischen Kontakts innerhalb seiner Spezies zu einer konstanten Verringerung der neuralen Aktivität, die schließlich den Tod des betroffenen Xartak zur Folge hat. Es zeigte sich, dass dieser Vorgang selbst in Stasis voranschreitet. An Bord der Columbia durchgeführte Untersuchungen zeigten, dass der Xartak unter den gegebenen Umständen nur noch wenige Tage überlebt hätte, sofern die Verbindung zu seinem Volk nicht wieder hergestellt worden wäre.


Commander Javert stellte es den Besatzungsmitgliedern frei, auf dem Schiff zu bleiben und bei der Durchführung dieses Vorhabens zu helfen oder das Schiff mit dem Shuttle zu verlassen. Die endgültige Entscheidung sollte vor dem Erreichen des Xartak-Raums getroffen werden. Letztlich haben sich sämtliche Crewmitglieder entschieden, weiterhin an Bord zu bleiben. Ich traf meine Entscheidung letztlich aus dem Grund, dass ich mit dem Verlassen des Schiffs meine Pflicht der Besatzung und auch dem Xartak gegenüber vernachlässigt hätte, der zu diesem Zeitpunkt als mein Patient zu betrachten war und medizinische Hilfe benötigte. Aus persönlicher Sicht hätte ich meinen Eid als Arzt gebrochen, hätte ich die Columbia ohne
medizinischen Offizier weiterfliegen lassen.


In Vorbereitung auf die Durchquerung des von den Xartak kontrollierten Gebiets wurden von allen Abteilungen verschiedene Maßnahmen entwickelt, um Mannschaft und Schiff vor möglichen Gefahren zu schützen. Dies beinhaltete eine Prozedur, um die Systeme vor dem Zugriff durch unbefugte Personen zu sperren, ebenso wie die Möglichkeit zur automatischen Zerstörung des Schiffes, sollten alle Besatzungsmitglieder durch die Xartak manipuliert worden sein. Als Grundlage diente ein subdermal implantierter Kortikalmonitor, der nur bei einer Übereinstimmung der gemessenen Gehirnwellen mit der gespeicherten Vorlage der jeweiligen Person die Freigabe für die entsprechenden Systeme erteilt.


Zu diesem Zeitpunkt wurde ich angewiesen, die Hirnwellenmuster von Commander Javert mit den gespeicherten Daten von früheren Messungen zu vergleichen, um das Vorhandensein einer telepathischen Manipulation zu überprüfen. Die Auswertung zeigte keine Hinweise auf eine derartige Beeinflussung. Das Ergebnis der Untersuchung habe ich dem 2. Offizier, Lieutenant Reynolds mitgeteilt.

 

Neben den für die Sicherheit des Schiffes relevanten Aufgaben, entwickelten die Abteilungen Medizin und Wissenschaft mit Unterstützung der Technik ein spezielles Hologramm, welches unter der Verwendung der aktuellen medizinischen Daten des Xartak eine Erprobung von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten ermöglichte. Leider zeigten die Ergebnisse, dass eine effektive Behandlung mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich war. Die fortschreitende neurale Degeneration konnte nur verlangsamt und die Vitalwerte stabilisiert werden.


Im Verlaufe des Fluges kam es zu insgesamt drei Angriffen seitens der Xartak. Diese setzten Entertorpedos sowie ein Shuttle ein, mit deren Hilfe sie trotz Warpflug und aktivierter Tarnung an Bord der Columbia gelangen konnten. Im Zuge der Kämpfe erlitten mehrere Crewmitglieder teilweise schwerste Verletzungen:
Crewman Valeris musste nach multiplen Treffern in zwei aufeinanderfolgenden Gefechten aufgrund eines Versagens des zentralen Nervensystems wiederbelebt werden. Chief Petty Officer T’Cadra wurde nach dem zweiten Angriff von den Xartak entführt und später in einer Fluchtkapsel zurückgeschickt. Untersuchungen zeigten eine telepathische Manipulation, mehrfache Eingriffe an ihrem Gehirn sowie die chirurgische Entfernung ihrer Stimmbänder. Die physischen Schäden wurden behandelt und erwiesen sich an vollständig
reversibel. Der von den Xartak entfernte Kortikalmonitor wurde ersetzt.

Crewman Gilmore wurde während des dritten Angriffs lebensgefährlich verletzt, als die Xartak ein Shuttle zum Durchdringen der Hülle verwendeten. Die daraus resultierende Explosion führte zu einer Amputationsverletzung seines rechten Arms, einer Splitterfraktur seiner Schädeldecke mit einer daraus resultierenden Hirnblutung, mehreren Rippenfrakturen, einer Thoraxblutung durch eingedrungene Trümmer sowie der Zerstörung des rechten Auges. Die Verletzungen konnten behandelt werden, Arm und Auge mussten durch Implantate ersetzt werden.

Weitere Crewmitglieder erlitten Verletzungen unterschiedlicher Schwere durch Energiewaffen.


Nach dem ersten Angriff wurde Verteidigungsstellungen auf der Brücke und im Maschinenraum eingerichtet, um die Verteidigung des Schiffes zu erleichtern. Die Krankenstation wurde versiegelt und ein Lazarett wurde im Maschinenraum eingerichtet.
Während es Angriffs kam auch ein Gerät der Ferengi zum Einsatz, welches die telepathischen Fähigkeiten der Xartak stören und im besten Fall unterbinden sollte. Scans des in Stase befindlichen Xartak zeigten jedoch, dass dieser Einsatz schwerwiegende Auswirkungen auf dessen Zustand hatte und die neuralen Degeneration weiter beschleunigte. Daraufhin wurde auf einen weiteren Einsatz verzichtet.


Als die Columbia schließlich die Station erreichte, wurde der in Stase befindliche Xartak geweckt und von Commander Javert, Lieutenant MacPherson und Chief Petty Officer T’Cadra über die Ankunft unterrichtet. Dieser teilte ihnen mit, dass keinerlei Waffen an Bord der Station gebracht werden dürfen, ebenso keine Geräte mit Ausnahme jener, die zur Kontaktaufnahme nötig waren. Darüber hinaus sollte ein im Zuge der Kämpfe gefangen genommene Xartak freigelassen werden. Für diese Bedingungen gab es nach Aussage von Commander Javert keinen Verhandlungsspielraum, was dadurch bestätigt wurde, dass der Xartak die Bitte um Erlaubnis zum Mitführen medizinscher Ausrüstung mit entsprechenden Gesten ablehnte.


An Bord der Station wurde die Crew in einen Raum geführt, wo wie geplant das Universumsgerät zum Einsatz kam. Es wurde eine telepathische Verbindung zwischen dem Bewusstsein jedes Mitglieds hergestellt, wobei sich Commander Javert wie zuvor besprochen und bei den Übungen trainiert als Fixpunkt in der Verbindung und Schutz für die Teilnehmer diente. Danach trat der kollektive Geist der Crew mit dem der Xartak in Kontakt.

Die Eindrücke und Empfindungen waren sehr fremdartig, Kommunikation war ausschließlich über Emotionen, Bilder und Klänge möglich. Die anwesenden Xartak strahlten ein Gefühl von Vorsicht und Zurückhaltung aus, aber auch von Neugier. Durch die Übermittlung von eigenen Erinnerungen, Erfahrungen und Emotionen wurde nun versucht den Xartak verständlich zu machen, dass man keine feindlichen Absichten gegen sie hege, jedoch bereit zur Verteidigung war. Es wurde versucht, das Konzept von Grenzen verständlich zu machen und welche Konsequenzen es haben würde, wenn diese in feindlicher Absicht verletzt würden. Aber ebenso wurde gezeigt, dass eine friedliche Interaktion und Kommunikation
möglich wäre.

Zu einem späteren Zeitpunkt trat der freigelassene Xartak ebenfalls in die Verbindung ein. Sofort war eine entsprechende Feindseligkeit und Abneigung zu spüren, dennoch gelang es am Ende, eine friedliche Einigkeit zwischen allen Anwesenden zu erreichen und unsere Botschaft erfolgreich zu vermitteln. Die telepathische Manipulation, die an Chief Petty Officer T’Cadra vorgenommen worden war, wurde von den Xartak rückgängig gemacht.

Die Crew wurde anschließend sicher zurück zur Columbia geleitet und konnte ohne Zwischenfälle von der Station ablegen. Drei Schiffe der Xartak lösten sich ebenfalls und nahmen Position um die Columbia herum ein.


Während des Rückflugs kam es zu einer Begegnung mit einem Xartak-Flottenverband, welche versuchten die Columbia abzufangen. Allerdings wurde die Columbia von den drei begleitenden Schiffen gedeckt, sodass die feindlichen Schiffe kein freies Schussfeld bekamen und so ein Gefecht verhindert wurde. Schließlich traf ein Schlachtkreuzer der Xartak ein, der sich ebenfalls der Eskorte anschloss. So konnte der Flottenverband sicher passiert werden.


Commander Javert rief die gesamte Crew auf die Brücke, da eine Übertragung der Xartak eingetroffen war. In dieser wurde für unsere Bemühungen gedankt und erklärt, dass die Botschaft verstanden worden wäre. Es wurde versprochen, dass diese innerhalb der Xartak weiterverbreitet werden würde.


Nach Verlassen des Xartak-Raums trat die Crew in der Messe an, um auf das Eintreffen der Sicherheitsteams der USS Tereshkova zu warten. Commander Javert übergab das Kommando an den ebenfalls eingetroffenen Captain Gallagher und wurde anschließend abgeführt.

Die Crew kehrte an Bord der Columbia zur Starbase 114 zurück.


<Ende des offiziellen Berichts>