Mission-Log von Commander Javert,
Betreffend diplomatischem Erstkontakt zu den Xartack

 

[ OT: Dieses Logfile ist dreigeteilt: Das Personal Log in gelber Schrift ist nur OT zu lesen.
Das Mission-Log in weißer Schrift ist für alle auch IT einsehbar.
Und dann gibt es noch die Korrekturen von Captain Hunter, der die Verteidigung von Commander Javert vor dem JAG übernehmen wird, und der Javerts erste Version des offiziellen Logfiles folgerichtig redigiert hat. Die Korrekturen mag ich euch OT nicht vorenthalten, daher sind die gestrichenen Passagen rot und gestrichen markiert und die Kommentare von Captain Hunter stehen in Klammern dahinter.]

Sternzeit 23850513.158
Persönliches Logfile von Cmdr. Lucille Javert


Ich werte es als ein gutes Zeichen, dass ich nicht in der Brig sitze, sondern in einem kleinen, verriegelten, bewachten und komplett abgeschotteten Crewquartier auf der USS Tereshkova mit Kurs auf die Starbase Omega, die wir relativ bald erreichen werden. Den größten Teil des Fluges habe ich damit verbracht mich ordentlich auszuschlafen – ich hatte es wahrlich nötig.

Man hat mir einen kleinen Computer ohne Netzzugang für das Verfassen eines umfangreichen Missionsberichts zur Verfügung gestellt, den ich auch für ein persönliches Logfile nutze.
Bisher hatte ich lediglich Besuch vom Schiffsarzt, der wie nicht anders zu erwarten eine erneute starke Überlastung der Synapsen und des Parakortex festgestellt und nach der Verabreichung von Medikamenten Ruhe verordnet hat – eine Anordnung der ich nur zu gerne nachgekommen bin. Dennoch geht es mir so gut wie schon lange nicht mehr.

Es ist ein Segen der betazoidischen Telepathie, die emotionalen Stimmungen Anderer aufnehmen zu können. Obwohl ich normalerweise das vulkanische Training nutze, um mich nicht von anderen Emotionen beeinflussen zu lassen, habe ich zum Ende dieser Mission hin gezielt diese Grenzen fallen lassen, und mich von den Gefühlen der Crew der Columbia durchfluten, aufrichten und tragen lassen.  Das Gefühl von Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit, das Gefühl gemeinsam etwas wirklich Großes geleistet zu haben… Und stolz im Recht zu sein trotz meines Verstoßes gegen direkte Befehle; Das Gefühl, dass die gesamte Crew geschlossen hinter mir steht… Dieses Gefühl hat mir die Kraft gegeben, die Station der Xartack auf eigenen Beinen zu verlassen und trotz der Erschöpfung weiterhin aufrecht zu bleiben. Dieses Gefühl wird mir weiterhin die Kraft geben, alles weitere mit einem Lächeln auf mich zukommen zu lassen. Dieses Gefühl - diese Stärke - kann mir niemand nehmen.

Sternzeit 23850514.113 An Bord der Starbase Omega

Wir sind auf der Starbase Omega angekommen, wo man mich in ein weiteres abgeschottetes Quartier eskortiert hat, welches nun bis auf Weiteres mein Zuhause sein wird. Arrest im Quartier statt der Brig… Die Behandlung ist höflich aber ich merke die Anspannung der Security-Officers die für meine Bewachung zuständig sind – sie sind es verständlicherweise nicht gewohnt höherrangige Offiziere bewachen zu müssen. Meine aufrechte Zufriedenheit mit der Gesamtsituation scheint sie etwas zu verunsichern.

Ich habe kurz nach meinem Eintreffen hier eine Nachricht von Captain Hunter von der USS Tereshkova bekommen. Er bietet mir an, meine Verteidigung zu übernehmen. Oder wie er es formuliert: „Wenn Sie jemanden, der die Gegebenheiten in diesem Sektor kennt, aber gelegentlich ein Schiff zu führen hat, einem Lieutenant Commander Pflichtverteidiger ohne Kommandoerfahrung vorziehen, biete ich mich als Ihr Verteidiger an.“ Seine Nachricht trägt den Betreff ‚Kobayashi Maru‘… Ich mag den feinen Humor dieses Mannes und denke ich werde sein Angebot annehmen.

Zu diesem Zeitpunkt dürfte die Starbase 114 bereits von Diplomaten, Counselorn, hochrangigen Offizieren und – schlimmstenfalls – Reportern überrannt werden. Ich denke viel an… meine Leute.  


Sternzeit 23850516.154
An Bord der Starbase Omega

Captain Hunter hat es sich zur ersten Aufgabe gemacht meinen Missionsbericht gegenzulesen um der Anklage nicht noch zusätzliches Futter zu geben… Hier nun also die redigierte Version.



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Sternzeit 23850513.162
Offizieller Missionsbericht von Cmdr. Lucille Javert

Die Hintergründe


Wie der Admiralität bekannt ist, befindet sich seit Sternzeit 23840829.011 ein Xartack-Wissenschaftler in Gefangenschaft der Sternenflotte in Stasis auf der Sternbasis 114 „New Horizon“. Auf dem ersten, erfolgreichen telepathischen Kontakt zu diesem einen Wissenschaftler basierte unsere gesamte [Streichen - Man sollte nicht noch daran erinnern, wie dünn das Eis wirklich war] Hoffnung auf einen nicht-kriegerischen Kontakt zu den Xartack, um ein gegenseitiges Verständnis der Völker zu erreichen – und somit dem dauerhaften Krieg in diesem Sektor eine mögliche Wendung zu geben.
Während des Symposiums sprachen sich zahlreiche Teilnehmer für den Versuch einer friedlichen, telepathischen Kontaktaufnahme zu ausgewählten Xartack aus, und Admiral Beckett versprach, hierfür den Weg zu bereiten.

Auf der Starbase 114 begann ich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Vorbereitungen zu treffen. Der erste telepathische Kontakt zu dem gefangenen Xartack-Wissenschaftler war durch Lt. MacPherson, Chief T’Cadra und mich durchgeführt worden, und mit Erlaubnis von Captain Gallagher übten diese beiden Columbia-Crewmitglieder zusammen mit mir die gemeinsame geistige Verschmelzung um für einen erneuten telepathischen Kontakt zu den Xartack besser vorbereitet zu sein.
Hierbei wurden wir von Paheri vom Volk der Cairn unterstützt, deren Form der telepathischen Kommunikation jener der Xartack noch am nächsten kommt und ebenfalls auf Emotionen und Bildern anstatt von Worten basiert. (Paheri  war lange Jahre diplomatischer Vertreter seines Volkes auf Betazed und ich kenne ihn persönlich recht gut von meinen Besuchen dort. Die Wahl fiel auf ihn aufgrund persönlichen Vertrauens).

Es war Paheri, der als erster feststellte dass die Stasis sich anscheinend auf das psionische Feld nicht so vollständig auswirkt wie auf das elektromagnetische Feld – und zwar genau fünf Tage vor dem Beginn meiner Mission mit der USS Columbia.
Zur Erklärung: Der Geist des Xartack-Wissenschaftlers in Stasis war noch immer latent aktiv, zu vergleichen mit einem Tiefschlaf, während sein Körper in kompletter Stasis lag. Da Xartack zum Überleben den konstanten telepathischen Kontakt zu ihrem Volk brauchen, war unser Gefangener also über die letzten Wochen und Monate seiner Gefangenschaft unbemerkt immer schwächer geworden und sein gesundheitlicher Zustand war sehr schlecht.

Zu diesem Zeitpunkt traf ich die erste eigenmächtige [streichen. Alle, die diesen Bericht lesen, wissen bereits, dass es die erste von vielen war. Wieder: Man sollte es nicht noch betonen.] Entscheidung nachdem ich die Informationen über den Zustand des Xartack ordnungsgemäß weitergegeben hatte:
Wir holten gemeinsam den Xartack-Wissenschaftler aus der Stasis und nahmen zu viert den telepathischen Kontakt zu ihm auf.
Im Gegensatz zu den ersten Kontaktaufnahmen schien der Xartack diesmal fast erleichtert über die Kontaktaufnahme. Telepathisch erklärten wir ihm die Situation und unseren Wunsch, einen friedlichen Kontakt zu Vertretern seines Volkes herzustellen um zu einer Einigung zu kommen welche keinen dauerhaften Krieg bedeutet. Der Xartack, stark geschwächt, drückte erneut sein Interesse zu lernen aus und zeigte ebenfalls den Wunsch, den dauerhaften Krieg zu beenden

Der erste Durchbruch in unserer Sache war demzufolge:
Der Xartack zeigte uns geistig die Route zu einer Raumstation seines Volkes, tief im Raum der Xartack, wo jene Xartack leben mit welchen er am engsten verbunden ist. Er bat uns, ihn dorthin zu bringen und versprach, dort einen Austausch zwischen unseren Völkern zu ermöglichen.
Wir versetzten ihn nach diesem Austausch wieder in Stasis.

Die nächsten Tage verbrachte ich damit, mich um eine schnelle Missionsfreigabe zu bemühen,
Wir wussten nur dass der Xartack stark geschwächt war und vermutlich – auch in Stasis – nicht mehr lange zu leben hatte, aber uns fehlte leider ein Referenzrahmen um zu bestimmen wie lange genau er noch überleben konnte. Paheri und ich schätzten auf Basis unserer Erfahrung den Zeitraum auf eine Spanne zwischen fünf Tagen und drei Wochen ein.
Die Admiralität wollte wegen der Brisanz der Mission zunächst weitere Experten auf die Sternbasis 114 schicken wollte um die Situation zu bewerten und mir daher kein grünes Licht für die Mission geben.
Mir ist völlig klar, dass die Zukunft dieses Sektors und des Volkes der Erilon vom Ausgang dieser Mission abhängen konnte, daher habe ich volles Verständnis für die Handlungsweisen der Admiralität.
[Die Admiralität braucht Ihr Verständnis nicht, vor allem nicht in einem sachlichen Bericht.]

Ebenfalls habe ich Verständis dafür, dass man der Beurteilungen eines Offiziers, welcher bekanntermaßen bereits in Gefangenschaft der Xartack war und bereits einmal von diesem Volk telepathisch beeinflusst wurde, kein uneingeschränktes Vertrauen schenkt.
[Wir könnten von Glück reden, wenn die Anklage diesen Punkt nicht aufgreift. Unsere beste Verteidigung wird es sein, den moralischen Imperativ der Situation zu erläutern. Das Fundament dafür ist die Annahme, dass Sie Ihre Entscheidung ohne Beeinflussung und aus eigenem Antrieb getroffen haben.]


Dennoch: Ich behaupte dass (bis auf wenige Crewmitglieder der USS Columbia) niemand dieses Volk und die Situation in diesem Sektor so gut kennt wie ich. Nicht nur weil ich von Anfang an dabei war und alles erlebt habe was man im Zusammenhang mit den Xartack erleben kann… sondern auch weil ich inzwischen eine der stärksten Telepathen in diesem Sektor sein dürfte, geschult durch Vulkanier, Betazoiden und Cairn. Nennen Sie es Hybris oder das gesunde Selbstvertrauen eines erfahrenen Offiziers der schon in vielen brisanten Missionen schwierige Entscheidungen treffen musste: Ich weiß was ich tue und ich habe mich in meinen Entscheidungen bislang selten grob geirrt.
[Ich kann Ihnen nichts befehlen, aber ich empfehle dringend den kompletten Absatz zu streichen. Ich habe mich in diesen Entscheidungen bislang selten grob geirrt.]


Ich wog alle Parameter ab und beschloss zu Sternzeit 23850510.154 die Mission eigenmächtig zu starten. Länger zu warten hätte bedeutet, das versterben des Xartack zu riskieren und somit alle Hoffnung auf einen friedlichen Kontakt bis auf weiteres zu begraben. (Und eine Tötung durch Unterlassung zu begehen.)
Die USS Columbia und ihre Crew, welche wiederholt beispiellosen Teamgeist bewiesen hat und meine Erfahrungen mit den Xartack größtenteils teilt, war selbstverständlich meine erste Wahl für diese Mission.

Sternzeit 23850514.154 Der Ablauf der Mission


Zu Sternzeit 23850510.221 begab ich mich also an Bord der USS Columbia, übernahm das Kommando über das Schiff, und befahl das Abdocken von der Starbase 114. Zu diesem Zeitpunkt erklärte ich den Brückenoffizieren lediglich dass ich die Columbia für eine geheime Mission mit höchster Brisanz bräuchte und befahl das Einstellen jeglicher Kommunikation. Ich ließ Kurs auf die Grenze zum Xartack-Raum setzen, das Schiff auf Warp gehen und die Tarnvorrichtung aktivieren.
Dieses Vorgehen geschah mit der Absicht, Diskussionen noch an der Starbase zu vermeiden, denn diese hätten die Mission gefährden können wenn man unser Abdocken verhindert hätte. Man kann auch sagen: Zu Anfang ließ ich der Crew tatsächlich keine Wahl als meinen Befehlen Folge zu leisten.

30 Minuten nach dem Verlassen der Starbase rief ich die Crew in der Messe zusammen und erklärte ihnen meinen Plan und die Gründe für mein Vorgehen.
Mein genauer Plan sah vor, sich mittels Tarnvorrichtung zu der Xartack-Basis zu schleichen und dort den Kontakt zu den Xartack herzustellen, um ihnen gemeinschaftlich die Föderation, ihre Ideale und Vorstellungen von Gemeinschaft aber auch unsere Definition von Grenzen zu präsentieren. Hierbei wollte ich das in meinem Besitz befindliche „Universums-Gerät“ (ein Psi-Feld-Modifikator, siehe zweite Mission der USS Columbia auf Osius) verwenden, dieses durch die Wissenschaft mit einer bestimmten Strahlung (Siehe dritte Mission der USS Columbia) modifizieren lassen um auch Nicht-Telepathen innerhalb der Crew zu ermöglichen, in Kontakt mit den Xartack zu treten. (Für Details fordern Sie bitte die wissenschaftlichen Berichte zu den Geräten an)
Ziel war, den Xartack zu zeigen dass auch Nicht-Telepathen vollwertige Lebewesen sind und als solche behandelt werden müssen!

Ich kenne die Regularien gut genug um mir in vollem Umfang bewusst zu sein dass ich einen direkten Befehl der Admiralität bewusst verweigert habe, dass ich de facto ein Schiff gestohlen und eine Crew entführt habe um diese Mission möglich zu machen.
Ich bin jedoch der Ansicht dass die Direktiven der Föderation schwerer wiegen als diese Befehle und berufe mich hierbei konkret auf die Direktiven 2 und 10.
Anders formuliert: Als Mitglieder der Föderation und der Sternenflotte sind wir moralisch dazu verpflichtet jede Möglichkeit zur friedlichen Lösung eines militärischen Konfliktes wahrzunehmen! Und das Risiko dass der Xartack versterben würde während wir auf Missionsfreigabe oder weitere Experten warten war zu hoch, als dass ich es guten Gewissens hätte tragen können.
Man erwartet von mir als Offizier, Entscheidungen in kritischen Situationen zu treffen. Ich habe eine Entscheidung getroffen, ich stehe in vollem Umfang dahinter und ich trage die volle Verantwortung für mein Handeln.
[Wieder: Wenn das Gericht eine schriftliche Stellungnahme und Einlassung vor der Verhandlung fordert, liefern wir sie, aber ein Bericht ist nicht der Platz dafür. Im Vorfeld sollten wird nicht übereifrig werden.]

Der Crew der Columbia stellte ich frei sich zu entscheiden ob sie mich begleiten und unterstützen oder ob sie das Schiff per Shuttle  verlassen wollten. Die komplette Crew entschied sich zu bleiben.
Die Entscheidung fiel beileibe nicht allen leicht. Die meisten blieben weil sie es moralisch für das Richtige hielten. Einige blieben weil sie ihre Crew nicht auf einer so brisanten Mission allein lassen wollten. Einige legten per Logeintrag Protest gegen die Vorgehensweise ein. Aber alle entschieden sich zu bleiben! [Streichen. Wenn die Situation klar ist, sagen wir das, wenn nicht, weisen wird vorerst nicht gezielt darauf hin.]

Das Schiff wurde bestmöglichst auf zu erwartende bewaffnete Konflikte gegen die Xartack vorbereitet. Medizin und Technik entwickelten ein Holo-Programm um den gesundheitlichen Status des Xartack besser überprüfen zu können. Die Sicherheit entwickelte gleich mehrere Methoden um den Xartack weder Crew noch Schiff in die Hände fallen zu lassen, sollte die Mission scheitern. Wissenschaft, Technik und Medizin analysierten das Universums-Gerät und einen Psi-Blocker welchen wir als Hilfsmittel ebenfalls an Bord hatten, um die Geräte so gut wie möglich zu verstehen und optimal einsetzen zu können.  Sub-Lieutenant Tela, der die Tarnvorrichtung nicht ohne seine Bedienung an Bord lassen wollte und daher geblieben war, kümmerte sich um die wissenschaftliche Reproduktion der Strahlung auf Basis einer Quantensingularität, welche während der Anomalie-Mission der USS Columbia zu Sternzeit 23820218 die Wirkung des Universums-Gerätes exponentiell gesteigert hatte.

Auf dem Kurs zum Zielobjekt kam es zu Zwischenfällen. Trotz der sorgfältigen Gegenmaßnahmen waren die Xartack mehrfach in der Lage den Standort der USS Columbia ausfindig zu machen und das Schiff trotz Tarnung anzugreifen. Ich habe nur Vermutungen woran das gelegen haben könnte – diese sind aber nicht bestätigt. Zum einen vermute ich dass die Xartack inzwischen über ein ähnliches Sensoren-Netz verfügen wie wir an der Grenze zum Erilon-Raum, und dass dieses Netz die Xartack in die Lage versetzt, auch getarnte Schiffe ausfindig zu machen.
Meine zweite Vermutung ist, dass unsere Experimente mit dem Universums-Gerät während des Fluges Leuchtfeuer im psionischen Feld hinterlassen haben und dass diese Leuchtfeuer die Xartack direkt zu uns geführt haben.
Während der Angriffe kamen Enterkommandos an Bord. Beim Kampf gegen diesen wurden mehrere Crewmitglieder schwer verletzt.
Nach dem zweiten überaus effektiven Angriff durch ein Enterkommando mit vielen schwer Verletzten in unseren Reihen erteilte ich den Mitgliedern der Security den Befehl, die Phaser auf Modus Töten zu schalten. Ich sah diese Maßnahme als notwendig um das Leben meiner Crew durch eine Verkürzung der Gefechte besser zu schützen. Die Xartack hatten sich bisher stets wenn möglich einer Gefangennahme durch Selbstmord entzogen.
Wir konnten dennoch während eines dritten Enterkommandos einen Xartack-Psioniker gefangen nehmen, den Xartack gelang es im Gegenzug jedoch, Chief T’Cadra zu entführen. Die Xartack ließen sie eine halbe Stunde später in einer Rettungskapsel wieder frei und hatten ihr, wie nicht anders zu erwarten, einen telepathischen Befehl eingepflanzt. Sie war telepathisch stark genug diesem zu widerstehen und nach Beurteilung von Dr. Sanders, Counselor Campbell und der Bestätigung durch Lt. Reynolds konnte sie weiterhin an der Mission teilnehmen – wenn auch unter ständiger Überwachung durch PO Wynter.

Wir erreichten die Raumstation der Xartack zu Sternzeit 23850511.193.
Alle Vorbereitungen waren abgeschlossen, die Crew hatte unter meiner Anleitung die ersten Erfahrungen einer geistigen Verschmelzung in der Gruppe geübt. Ich hatte der Crew selbstverständlich [Angesichts der Umstände sollte man nicht detailliert diskutieren, was „selbstverständlich“ ist und was nicht.] freigestellt ob sie sich an dieser Kontaktaufnahme beteiligen wollten oder nicht – die geistige Verschmelzung mit einander ist eine Sache, der Kontakt zum Geist eines Xartack noch einmal etwas völlig anderes! Dennoch trafen alle die Entscheidung, an der Verschmelzung teilzunehmen und ihren Crewmitgliedern beizustehen.
Lt. MacPherson, Chief T’Cadra und ich weckten den Xartack in der medizinischen Station aus der Stasis und begaben uns in erneuten telepathischen Kontakt zu ihm.
Er zeigte Erleichterung und Freude darüber, dass wir seiner Bitte ihn hierher zu bringen nachgekommen waren und willigte ein, uns die Möglichkeit zu geben, uns den Xartack friedlich zu ‚präsentieren‘. Allerdings stellte er Bedingungen: Wir sollten die Raumstation völlig unbewaffnet betreten und er wünschte dass wir zu gegebenem Zeitpunkt den gefangenen Psioniker auf die Raumstation bringen und freilassen sollten. Diese Bedingungen waren nicht verhandelbar.
Wir waren zu weit gekommen um hier einen Rückzieher zu machen.
[Nein.]
Ich befahl, alle Waffen gesichert auf dem Schiff zu lassen (im vollen Bewusstsein schon wieder die Regularien zu brechen, aber zu diesem Zeitpunkt schien es auf dieses eine Mal auch nicht mehr anzukommen und versteckte Waffen waren aufgrund der telepathischen Fähigkeiten der Xartack keine Option)
[NEIN!]
und der Xartack führte uns auf seine Raumstation.

Dort brachte er uns in einen Raum in dem ein weiterer Xartack ihn und uns im Empfang nahm. Noch war kein psionischer Kontakt zu spüren. Ich bat die Crew, sich im Raum zu versammeln und aktivierte dann zunächst das Universums-Gerät und dann die verstärkende Singularität-Strahlungsquelle.  
Unsere Geister dehnten sich aus und verschmolzen, und während ich mich völlig auf die Stabilisierung dieser Verschmelzung und den Schutz des Geistes der Crewmitglieder vor feindlichen psionischen Einflüssen konzentrierte, konnten die Crewmitglieder nun zum ersten Mal das Erlebnis der Verschmelzung mit dem sehr fremdartigen Geist der Xartack erleben, in dem es nur Emotionen und Bilder und Klänge gibt – keine Worte.  
Sie nutzten, wie ich es ihnen gezeigt und angeraten hatte, ihre Erinnerungen und ihre gemeinschaftlichen Erlebnisse um den Xartack in ihrem eigenen Geist und ihrer eigenen Sprache die Grundprinzipien der Föderation und der Gemeinschaft der Völker – aber auch von Individualität, persönlichen Grenzen und gegenseitiger Hilfsbereitschaft nahe zu bringen. Nicht jeder für sich sondern jeweils als Team, als Gemeinschaft.
Mitten während der Kommunikation stieß der von uns freigelassene Xartack-Psioniker zu der Verschmelzung hinzu und die Stimmung in der Verbindung schlug um und wurde bedrohlich. Ich konzentrierte meine ganze Kraft auf die Abwehr seiner negativen Kräfte und den Schutz der Crew und es wäre fast zuviel geworden – da spürte ich die bestätigende Kraft der Crewmitglieder der Columbia, welche sich alle wie ein Geist hinter mich stellten, mir ihre Kraft gaben und dem Xartack eindeutig die Grenzen zeigten.
Er schien zu zögern, erstaunt, und meine Geste der Abwehr wurde zu einer Geste der offenen Hand – ein Kontaktangebot. Der Xartack weigerte sich zunächst, doch die beiden anderen rieten ihm deutlich, den Kontakt einzugehen. Auch die Crewmitglieder der Columbia streckten ihm nun ihre Hände entgegen.
Schließlich nahm er meine geistige, ausgestreckte Hand an. Die Hände der anderen Xartack und der Crewmitglieder der Columbia folgten, und wir erlebten einen Moment des völlig friedlichen Kontaktes zwischen Föderation und Xartack.
Im direkten Anschluss nahmen die Xartack den geistig eingepflanzten Befehl aus T’Cadras Geist zurück, während die Crewmitglieder deutlich demonstrierten dass sie T’Cadra beschützen würden egal was kam, und danach, daran anknüpfend wurde den Xartack noch die Bedeutung von Grenzen erklärt bevor wir uns schließlich aus der geistigen Verbindung lösten, nachdem die Xartack uns deutlich signalisiert hatten, dass sie verstanden hatten.

Friedlich und unbehelligt und kehrten wir an Bord der USS Columbia zurück und setzten Kurs auf die Starbase 114.
Kurz nachdem wir abgedockt hatten lösten sich drei Schiffe der Xartack und nahmen Positionen steuerbord, backbord und über der Columbia ein.
12 Minuten später näherte sich uns ein Kampfverband aus Xartack-Schiffen, die der Columbia vermutlich bis hierher gefolgt waren. Unsere Xartack-Eskorte verringerte die Distanz zur Columbia und es wurde schnell klar, dass sie als Schild zwischen uns und den anderen Xartack fungierten, welche die Waffen geladen hatten und versuchten ein freies Schussfeld auf uns zu bekommen. Ich befahl, die Schilde auf Maximum zu fahren und die Waffen nicht auszurichten um unseren friedlichen Absichten zu demonstrieren.
Die Schiffe aus dem Kampfverband wollten offensichtlich vermeiden auf die eigenen Leute zu schießen und griffen nicht an. Dennoch war klar dass drei Schiffe nicht ausreichen würden um die Columbia vollständig abzuschirmen.
Gerade als es wirklich brenzlig [noch brenzliger als ein Kampfverband mit geladenen Waffen?] wurde stieß ein großer Schlachtkreuzer der Xartack hinzu und übernahm die rückwärtige Sicherung der USS Columbia, so dass wir vollständig abgeschirmt den Kampfverband durchqueren konnten.
Von diesem Schlachtkreuzer kam nur kurze Zeit später die Datenübertragung, welche uns bestätigte, dass die Xartack verstanden haben was wir ihnen sagen wollten und sich bemühen werden, die Nachricht in ihrem eigenen Volk weiter zu tragen. damit das Töten ein Ende findet!
[Ein schöner Gedanke, aber das hier ist ein Bericht keine FNS-Dokumentation.]

Es war die ersehnte Bestätigung dass die Mission ein voller Erfolg war! Der Crew der Columbia ist geglückt was ich seit dem ersten nicht-invasiven Kontakt mit dem Xartack-Wissenschaftler erhofft hatte: Ein erster, friedlicher Austausch mit einem Volk, welches wir bis dahin für ausschließlich feindlich, xenophob, zerstörerisch und kriegerisch gehalten hatten.
[Was wie erfolgreich war, werden die nächsten Wochen zeigen. Die Erfolgsmeldung sollte man noch nicht vorwegnehmen.]
 
Was danach geschah ist bekannt: Wir kehrten unbehelligt zur Grenze des Erilon-Raumes zurück, senkten unsere Schilde, nahmen Kontakt zur USS Tereshkova auf und ergaben uns.

Gezeichnet
Commander Lucille Javert,
Sector Chief of Security



Personal Log:

Wenn ich mir den Missionsbericht unter Berücksichtigung von Captain Hunters Anmerkungen noch einmal durchlese muss ich etwas geknickt eingestehen, dass ich meine mentale Verfassung rein logisch betrachtet wohl doch nicht ganz korrekt eingeschätzt hatte.
Dass ich – zum ersten Mal in meiner Laufbahn – einen direkten Befehl rundheraus missachtet und ein Schiff samt Crew gestohlen habe nimmt mich doch ziemlich mit, anders kann ich mir die fatalistisch-offene Einstellung nicht erklären.
Oder ist es die Gewissheit dass ich diesmal nicht mit einem blauen Auge davonkommen werde wie die Male zuvor? Ich weiß es nicht.

Ich habe bestätigt dass Captain Hunter vollen Zugriff auf meine Personal- und Krankenakten bekommt und hoffe, dass er nach deren Durchsicht keinen Rückzieher macht. Die Verhandlung vor dem JAG könnte noch richtig hässlich werden…

Ende des Logfiles