Columbia Mission 32
Sternzeit 23850514.153

Offizieller Missionsbericht von Ensign Eleonore Campbell


 

Missions-Überblick:

Nach dem Symposium über die Xaratk auf Starbase 114 übernimmt Cmdr. Javert zu Sternenzeit 23850510.221 in Abwesenheit vom Cmdr. Gallagher das Kommando über die U.S.S Columbia.
Etwa eine halbe Stunde nach dem Abdocken von Starbase 14 lässt sie die gesamte Crew antreten und eröffnet der Mannschaft, dass sich die Columbia auf einer geheimen Mission in den Xartack-Raum befindet.
Ziel dieser Mission sei es, friedlichen Kontakt mit den Xartack herzustellen und einen Dialog mit ihnen zu starten der eine erste Grundlage für künftige diplomatische Beziehungen mit der bisher sehr aggressiven Rasse möglich machen soll.
Dazu soll sich die Columbia mit Hilfe der Tarnvorrichtung bis zu einer Xartack-Raumbasis vorarbeiten und dort mit Hilfe eines Gerätes, dass es auch nicht telepathisch begabten Personen ermöglicht eine telepathische Verbindung mit anderen einzugehen den Kontakt zu den Xartack herzustellen. (Siehe Technik-Bericht)
Zusätzlich hat sie den einzigen Xartack an Bord bringen lassen, der sich in Sternenflottengewahrsam befindet. Durch vorausgegangene telepathische Kontakte mit diesem Xartack lässt sich darauf schließen, dass er bereit ist das Vorhaben von Cmdr. Javert zu unterstützen. Allerdings muss er in Stasis gehalten werden da sein Gesundheitszustand durch die Trennung von seinem telepathischen Kollektiv so stark beeinträchtigt ist, dass er im Sterben liegt. Dieser Umstand verleiht der Mission eine zusätzliche zeitliche Brisanz.
Cmdr. Javert eröffnet der Crew auch, dass die Mission nicht von Sarfleet-Command abgesegnet wurde und sie auf eigene Initiative handelt. De facto hat sie die Columbia samt Crew unter Ausnutzung ihres Ranges als Sector Chief of Security samt Crew, Föderationseigentum und Xartack entwendet um diese Mission durchführen zu können.
Sie stellt der Crew aber frei sie zu begleiten oder die Columbia mit einem Shuttle zu verlassen bevor die Grenze zum Xartack-Raum überschritten wird.
Die gesamte Crew entscheidet sich an Bord des Schiffes zu bleiben auch wenn der emotionale Stress dem sie dadurch ausgesetzt wird enorm ist.
Die Beweggründe zu bleiben sind unterschiedlich und reichen von bloßer Loyalität Cmdr. Javert gegenüber bis hin zu der vollkommenen Überzeugung von der historischen Bedeutung der Mission.  Für einige bleibt angesichts der Entscheidung des Großteils der Crew an Bord zu bleiben auch keine andere Wahl, würde ihr Ausstieg doch bedeuten dem Schiff essentielle Ressourcen zu entziehen und die Mission wenn schon nicht zum Scheitern zu verurteilen doch erheblich zu gefährden.
An der Entscheidung der Crew ändert sich auch nichts als klar wird, dass die Columbia von der Tereshkowa mit Cmdr. Gallagher an Bord verfolg wird und der klare Befehl ergeht umzukehren.
Der Flug zur Grenze verläuft weitestgehend ruhig während die Crew diverse Vorbereitungen trifft. Dazu gehören nicht zu letzt die Modifikation des sog. Universums-Geräts, der Entwicklung von Psi-Blockern und der weiteren Untersuchung des Xaratck durch die Erstellung eines Hologramms.
Der Test des Universum-Geräts verläuft reibungslos auch wenn es für die Crew eine Ausnahmeerfahrung ist  ihren Geist mit so vielen zu teilen ohne sich in der Verbindung zu verlieren.
Nachdem überschreiten der Grenze kommt es bald zu mehreren Angriffen der Xartack  wobei nicht feststellbar ist wie genau sie es schaffen die Columbia zu orten oder sie während des Warpfluges zu entern. Vermutungen gehen dahin, dass die Nutzung des Universum-Geräts eine Art psionisches Leuchtfeuer verursacht hat welches von den Xartack angepeilt werden kann.
Während der Angriffe werden mehrere Crewmitglieder schwer verletzt und Chief T’Cadra entführt. Sie wird kurze Zeit später wieder freigelassen, allerdings wurde ihr telepathisch der Befehl eingepflanzt die Columbia lahm zu legen, dem sie sich aber widersetzten kann. Im Gegenzug gelingt es der Crew einen gegnerischen Xartack festzusetzen und ebenfalls in Stasis zu legen.
Bei erreichen des Zielpunktes wird der Xartack –Wissenschaftler an Brod der Columbia aus der Stasis geholt und mit seiner Hilfe betritt die gesamte Crew, die sich geschlossen dafür entschieden hat gemeinsam eine telepathische Verbindung mit den Xartack einzugehen die Station der Alienrasse. Auf Geheiß des Wissenschaftlers ist die Crew unbewaffnet.
An Bord der Raumstation wird das Universums-Gerät aktiviert, das den Geist aller Crewmitglieder vereint und eine telepathische Verbindung mit den Xartack erstellt. Cmrd. Javert übernimmt an dieser Stelle die Funktion eines telepathischen Wächters der die Crew vor Angriffen schützt und die Verbindung stabilisiert.
Die Kommunikation mit den Xartack ist für alle eine neue Erfahrung, nicht zuletzt da sie auch in ihrer telepathischen Sprache keine Worte kennen sondern nur in Farben, Tönen und Bildern kommunizieren. In einer beispiellosen Anstrengung gelingt es der Crew, durch die gemeinsame Beschwörungen von Erinnerungen und Bildern den Xartack die Grundwerte der Föderation und vor allem das ihnen bis dahin unbekannte Konzept von Grenzen- emotionale wie physikalische- näher zu bringen.
Wie gut das funktioniert hat zeigt sich in einer Botschaft die die Xartack der Columbia zukommen lassen nachdem alle Crewmitglieder unbehelligt wieder an Bord sind.
Zusammengesetzt aus Daten und Audiofiles die die Xartack über uns gesammelt haben erstellen sie eine Nachricht in der sie der Crew für ihren Einsatz danken und versprechen auf andere Xartaack einzuwirken damit diese die Grenzen der Föderation respektieren. Zusätzlich werden wir von drei kleineren Schiffen in Richtung Grenze eskortiert. Als wir von einer größeren Flotte bedrängt werden bleiben diese Schiffe bei uns und ein Schlachtkreuzer der Xartack kommt uns ebenfalls zu Hilfe was unseren sicheren Abzug aus Xartack-Raum ermöglicht. Von diesem Kreuzer erhalten wir auch die Botschaft.
Zurück im Föderationsraum ergibt sich die Columbia der Tereshkova und Cmrd. Javert wird in Gewahrsam genommen.

Psychologische Einschätzung des Zustandes der Crew der Columbia

Diese Mission hat die Crewmitglieder der Columbia an ihre Grenzen und auch darüber hinaus geführt. Sowohl an ganz persönliche als auch an die allgemeiner moralischer Vorstellungen.
Erschwerend kommt hinzu, dass durch den Einsatz des Universumsgerätes die Abgrenzung zwischen persönlichen Erfahrungen und denen dritter nicht mehr eindeutig möglich ist.
An dieser Stelle soll nur eine Evaluation der Gesamtsituation erfolgen. Eine Bewertung von Einzelfällen sind den medizinisch-psychologischen Akten der einzelnen Crewmitglieder zu entnehmen.

Zu bewerten ist zunächst der Umgang der Crew mit der bewussten Insubordination initiiert durch Cmdr. Javert.
Hierzu muss klar festgehalten werden, dass der Erfolg- oder das was von der Crew als solcher angesehen wird- der Mission nachhaltig die Wahrnehmung der Befehlsverweigerung und den Umgang damit beeinflusst. Die Einstellung und Bewertung des eigenen Verhaltens wäre sicherlich  andere hätte dieser Einsatz ein anderes Ende genommen. So aber fällt es der Crew natürlich wesentlich leichter ihr Handeln durch den Erfolg zu rechtfertigen der erzielt wurde. Allerdings ließ sich aber bereits während der Entscheidungsphase eine klare Tendenz in den Rationalisierungsversuchen feststellen. Hierbei standen vor allem die Loyalität zu Cmrd. Javert als auch das Bewusstsein für die Grundwerte der Föderation und die Aufgabe der Sternenflotte im Vordergrund. Bei Einzelnen war auch der Unternehmergeist und die Aussicht auf den Eingang in die Geschichtsbücher wahrnehmbar, allerdings war dies vor allem Sekundärmotivation und die Suche nach weiteren Gründen abseits von bloßer Loyalität. Die Crew diskutierte die Angelegenheit offen und der allgemeine Tenor war sehr schnell von der Überzeugung geprägt das Richtige im Sinne der zukünftigen Situation mit den Xaratk zu tun. Zweifel wurden weniger an der Sache an sich gehegt als an der Durchführbarkeit. Letztere führten aber nicht zu Abbruchgedanken sondern zu konstruktiven Diskussionen darüber wie die Chancen erhöht werden konnten. Ingesamt war die Entscheidung sehr schnell gefallen und die Crew konzentrierte sich in ihrer gewohnt zielstrebigen Art auf die bevorstehenden Aufgaben. Dies ist sicherlich auch als Schutzmechanismus zu bewerten, allerdings erweckte die Crew als Ganzes zu keiner Zeit den Eindruck echten Zweifel an der Richtigkeit ihres Handelns zu haben.
Auch ist mir kein Fall bekannt in dem ein Crewmitglied  von anderen gegen seinen Willen direkt genötigt wurde an der Mission teilzunehmen. Abgesehen von dem nicht zu unterschätzenden Einfluss den das Wort und die Präsenz von Cmdr. Javert auf die einzelnen Crewmitglieder hatten. Dies ist aber nicht als ungewöhnlich zu bewerten, behält man im Auge welche gemeinsame Geschichte die Crew und der Cmdr. bereits miteinander haben. Es war weder der erste Fall, noch wird es der letzte sein in dem eine Crew ihrem nächsten Vorgesetzten auch außerhalb der Grenzen eines direkten Befehls folgt- sicherlich ein Umstand mit dem Cmrd. Javert gerechnet hat.
Die nicht unerhebliche Angst die manche Mitglieder der Crew vor den Xartk empfanden wirkte überraschender Weise nicht als Hinderungsgrund sondern in einer „gerade zum Trotz“-Einstellung als Katalysator für eine positive Entscheidung. Hier war vor allem der Wunsch die eigenen Ängste zu überwinden und mit Hilfe der Gruppe über sich hinaus zu wachsen maßgeblich.
Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass für einzelne auch die Sorge um die Crew bei ihrer Entscheidung im Vordergrund stand, hätte doch ihr Ausstieg der gesamten Crew wertvolle Ressourcen geraubt. Hier spielt wieder der Faktor Loyalität eine große Rolle,  in diesem Fall aber weniger Cmrd. Javert gegenüber als der Crew an sich.
Insgesamt muss festgehalten werden, dass die Crew sich zu jeder Zeit  voll dessen bewusst war was sie tat und ihre Entscheidungen aus freiem Willen traf.

Im Folgenden soll der Versuch einer kurzen Einschätzung der Auswirkungen des Einsatzes des Universumsgerätes erfolgen.
Hier wird bewusst von einem Versuch gesprochen da der Effekt den das Gerät auf die Psyche von nicht telepathisch begabten Personen weitestgehend unerforscht ist und die Art wie das Gerät bei dieser Mission eingesetzt wurde sicherlich einen Präzedenzfall darstellte.
In der Tat biete sich hier ein ganz neues Forschungsfeld das aber nicht Gegenstand dieses Berichts sein soll.
Für Personen die telepathische Kontakte nicht gewohnt sind und/oder dieses nicht selbst initiieren können ist die erste Erfahrung mit dieser Art der Verbindung im besten Fall ungewohnt und im schlimmsten beängstigend.
Natürlich ist die initiale  Reaktion auch davon  geprägt in welcher Form und Absicht der Kontakt stattfindet und auch mit wie vielen Individuen.
Dass in diesem Fall der Kontakt zum einen bewusst und freiwillig eingegangen wurde und zum anderen zwischen Personen die sich schon lange kennen und einander vertrauen begünstigte die Situation nachhaltig.
Dennoch darf nicht unterschätzt werden welchen Effekt dieser Moment auf die Crewmitglieder hatte. Da bis auf Cmrd. Javert niemand einer Rasse entstammt bei denen telepathischer Kontakt alltäglich ist  stellte das plötzliche Auflösen von persönlichen Grenzen eine extreme Erfahrung für die meisten dar. Vor allem vor dem Hintergrund, dass so viele an dieser Verbindung beteiligt waren. Ingesamt lässt sich sagen, dass die Crew professionell und erstaunlich ruhig mit der Erfahrung umging. Dazu mag nicht zuletzt das starke Bewusstsein für die zu erledigende Aufgabe beigetragen haben. Der telepathische Kontakt wurde wie jede andere zu lösende Aufgabe gehandhabt.
Mehr noch, die Crew war in der Lage während des eigentlichen Kontakts mit den Xartak auf intuitiver Ebene die eben erst gelernten Fähigkeiten zu erweitern und interaktiv zum Einsatz zu bringen- sei es durch das Teilen von Erinnerungen mit den Xartak aber auch untereinander oder unter der Anleitung von Cmrd. Javert als Defensivmechanismus.
Der gemeinsame telepathische Kontakt und das daraus entstandene Gruppenbewusstsein verliefen insgesamt betrachtet trotz der mehr als schwierigen Umstände als optimal, was sich auch an dem gemeinsamen Hochgefühl ablesen ließ, dass die Crew nach Beendigung des Kontaktes teilte.
Das Gemeinschaftsgefühl das daraus entstand dauert nach wie vor an und es bleibt abzuwarten in wie weit dieses zum einen erhalten bleibt und  welche Auswirkungen es auf die einzelnen Crewmitglieder haben wird.
Eine ständige medizinisch-psychologische Betreuung ist unbedingt anzuraten.
Empfehlungen zu den einzelnen Crewmitgliedern finden sich in ebenfalls in deren medizinischen Akten.

 

Persönliches Logbuch, Ensign Eleonore Campbell

Ich brauche einen Drink.
Oder fünf.
Und jemand der mir in Ruhe erklärt was genau da eigentlich passiert ist.
Selten habe ich mir so sehr gewünscht, dass die Starbase einen anständigen Counselor hat. Das bekomme ich ganz sicher nicht allein sortiert.
bISeH'eghlaH'be'chugh latlh Dara'laH'be'  wie mein alter Freund sagen würde. Wenn du dich nicht selbst kontrollieren kannst, kannst du andere nicht führen.
Wäre schön wenn mir für den Anfang einer sagen könnte ob das was passiert ist nun gut oder schlecht ist.
Andere in meinem Kopf zu haben ist nicht neu, aber auf diese Art...ich weiß nicht ob das ein Modell ist, dass ausgebaut werden sollte. Dabei sind die Möglichkeiten unendlich...
Wie viel leichter wäre es jemanden von seinen Ängsten und Sorgen zu befreien wenn man sie einfach auf diese Art teilen und gleichzeitig entkräften könnte.
Aber ...darf man das? Caddy nannte das telepathische Verhalten von Betazoiden invasiv und aufdringlich. Wäre das hier etwas anderes? Sicher kein Problem wenn das Gegenüber in sich gefestigt ist- aber wer weiß schon im Vorfeld ob das so ist. Ohne Training sollte das Gerät auf keinen Fall eingesetzt werden.
Und selbst dann ist es fragwürdig.
Was nützt es wenn das Gegenüber dem Kontakt zustimmt aber eigentlich nicht einschätzen kann auf was es sich einlässt bis es eigentlich schon zu spät ist.
Und sollte ich mich nicht eigentlich lieber mit der Frage beschäftigen ob diese Gerichtsverhandlung meine Karriere beenden wird?
Bin ich mir so sicher, dass dem nicht so sein wird oder ist es mir am Ende egal?
Wir waren erfolgreich, aber heiligt der Zweck die Mittel?
Der Grad ist so schmal, man sieht ihn kaum.
Ich in davon überzeugt das es der richtige Weg war- nur weiß ich nicht ob das meine alleinige Überzeugung ist die mich so sicher macht oder das Echo der gesammelten Überzeugungen aller.
Ich erhöhe auf 6 Drinks.
Oder vielleicht doch nicht, da ist nicht der Moment um irgendwo betrunken erwischt zu werden. Vielleicht gehe Danny besuchen, mal schauen was der so treibt.
Obwohl..ich weiß es ja eh schon…verflucht...macht, dass ihr alle aus meinem Kopf raus kommt.
Ob hier noch irgendwo romulanisches Ale rumfährt? Vielleicht ist naughty Navok in Spendierlaune.
Oh man..ich muss diese Spitznamen wieder loswerden.
Dringend...