Bericht von Lt.SG Javert zur Entführung
durch das Orion-Syndikat

 


(OT-Hinweis: Dieser Bericht ist für Lt. Kane bestimmt und nicht Intime von den Spielern einsehbar. Er soll ledlich die "andere Seite" der Geschehnisse zeigen um den Plot zu ergänzen... Also die darin enthaltenen Infos bitte nicht IT verwenden! Danke & viel Spaß beim lesen :-) )

SD 23831215.210 Rückblick und Vorgeschichte


Ich befinde mich wieder auf der USS Columbia, in meinem Quartier, noch immer außer Dienst gestellt nach den Ereignissen der letzten Tage. Da ich sicher bin dass es einige… Leute gibt die sehr am genauen Ablauf und den Umständen meiner Entführung von der Starbase 514 durch das Orion-Syndikat vor 4 Tagen interessiert sind, werde ich mich also bemühen einen möglichst korrekten und vollständigen Ablauf der Ereignisse zusammenzufassen.

Ich vermute dass die Vorgeschichte nicht ganz irrelevant ist. Den Personen für deren Augen dieser Bericht bestimmt ist wird die Tatsache, dass Sean Wilkins vom Orion-Syndikat - der Mann der hinter meiner Entführung steckte – zur selben Zeit wie ich die Akademie der Sternenflotten-Akademie besuchte und wir kurze Zeit eine Beziehung pflegten, bekannt sein.
Auch dass er zum Syndikat überlief während ich mich für Undercover-Operationen zusätzlich ausbilden ließ und dass ich seither versucht hatte, ihm auf die Spur zu kommen. Ich hatte für diese Bemühungen einige Bekannte, die selbst öfters in Undercover-Operationen tätig sind, auf Wilkins angesetzt… das ist schon einige Zeit her.

Nach der Frachter-Undercovermission gegen das Orion-Syndikat zur Sternzeit 238205 wurde mir von der Sternenflotte untersagt direkt gegen Wilkins zu ermitteln wegen Paragraph 121 Abschnitt A: Persönliche Involvierung. Nach dieser Anordnung habe ich keinerlei Anweisungen zu Recherchen über Wilkins mehr herausgegeben!

Dennoch erhielt ich zu Sternzeit 23831121.187 ein verschlüsseltes Datenpaket von einem meiner Undercover-Kontaktleute, das Hinweise auf Wilkins‘ Aufenthaltsort enthielt. Wegen dem Verbot zu Ermitteln las ich die Daten nicht vollständig durch sondern gab das Datenpaket an Ensign McPherson, Sicherheitschefin der USS Columbia, weiter mit der Bitte, es an die entsprechenden Stellen weiterzuleiten, damit die Informationen nicht verloren gehen würden. Ich betone nochmals: Der Kontakt hatte mir die Daten zugespielt ohne zu wissen dass ich nicht ermitteln durfte. Ich hielt es für nachlässig, sie aufgrund Paragraph 121 A zu verwerfen und nicht zu nutzen.

Wie ich nachträglich erfahren habe enthielten diese Daten anscheinend Informationen  über die Raumregion in der sich Sean Wilkins aufhielt und darüber dass es dort eine verstärkte Aktivität in punkto Konstruktion von kampfstarken Raumschiffen für das Orion-Syndikat gab.


SD 23831205.223 Entführung von Starbase 514


Zum Zeitpunkt meiner Entführung befanden wir uns schon einige Tage auf der Starbase 514, wo einige neue technische Komponenten in das Schiff eingebaut wurden und Ensign Reynolds vor einigen Mitgliedern der Crew und der Sternenflotte seinen Vortrag zum Thema Verbesserung der Computersysteme der USS Columbia hielt.

Nach dem Vortrag begrüßte ich noch einige neue Crewmitglieder, die der Crew zugeteilt worden waren. In der Bar der Starbase 514, in die wir uns nach dem Vortrag begeben hatten befanden sich auch einige Zivilisten… nichts Ungewöhnliches auf der Starbase. Ungefähr eine halbe Stunde nach dem Vortrag wurde ich von einem der Zivilisten angesprochen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um Nelson Shaw, einen Hitman des Orion-Syndikats, der auf der Fahndungsliste der Sternenflotte steht. So weit draußen war sein Gesicht anscheinend nicht in den Sicherheitssensoren gespeichert und er stellte sich natürlich auch nicht mit seinem echten Namen vor.

Shaw gab vor, Techniker auf einem zivilen Frachter zu sein und Interesse daran zu haben, der Sternenflotte beizutreten. Er wollte mir einige Fragen zum Beitritts-Procedere und den Anforderungen für die Sternenflotte stellen und um etwas Ruhe für das potentielle Rekrutierungsgespräch zu haben verließen wir die laute Bar und gingen in einen ruhigeren Gang.
Shaw war ein sehr guter Schauspieler. Seinen Geist hatte er sehr gut im Griff – natürlich spürte ich Erregung bei ihm und Anspannung, aber ich bezog das auf eine mögliche Rekrutierung. Zum Abschluss des kurzen Gesprächs reichten wir uns die Hand und er packte fest zu und zog mich zu sich hin – brachte mich außer Gleichgewicht und setzte sofort einen Triangle-Choke an. Natürlich setzte ich mich zur Wehr, rammte ihm mehrfach den Ellbogen in den Unterleib, aber Shaw war über einen Kopf größer, deutlich stärker und ein sehr erfahrener Kämpfer. Er drückte mir die Luft und die Blutzirkulation ab und mir wurde schnell schwarz vor Augen.


SD 23831206… An Bord des Frachters


Als ich langsam wieder zu Bewusstsein kam befand ich mich an Bord eines Raumschiffes – zu identifizieren an den typischen Antriebs-Geräuschen eines nicht mehr ganz neuen Warpantriebs. Die Umgebung sah aus wie ein Frachtraum älteren Datums: Einige Frachtkisten, zerbeulte und verschrammte Metallwände, ein nicht ganz… frischer Geruch und generell einiges an Dreck. Ich regte mich nicht sofort und spürte empathisch die direkte Anwesenheit von zwei Personen… eine davon Shaw. Beide Personen waren recht entspannt und voll freudiger Erwartung – anscheinend froh den Job so verhältnismäßig einfach erledigt zu haben. Beide standen wenige Meter entfernt, hielten mich für bewusstlos und achteten nicht unmittelbar auf mich.

Ich sah nur wenige Schritte entfernt eine offene Schott-Tür und beschloss einen Fluchtversuch zu wagen – auch auf einem Frachter gibt es durchaus Möglichkeiten sich zu verstecken und über die Systeme in Wartungsschächten das Schiff außer Warp zu bringen oder einen Notruf abzusetzen. Soweit der Plan. Ich sprang auf und versuchte zur Tür zu spurten, leider waren die Männer zu schnell für mich. Der zweite Mann setzte mir nach, erwischte mich mit einem Kampfmesser am linken Arm und Shaw schoss mich mit einer Phaserpistole auf Burn-Einstellung nieder. Diesmal waren sie sorgfältiger: Ich wurde fachgerecht gefesselt und aufmerksamer bewacht. An einen erneuten Fluchtversuch war nicht mehr zu denken, auch aufgrund der Verletzungen. Immerhin versorgte der zweite Mann die blutende Messer-Wunde notdürftig.


SD 23831206… Transfer an Bord von Wilkins‘ Schiff


Mehr als den Frachtraum bekam ich von diesem ersten Schiff nicht zu sehen. Einige Zeit später… schwer abzuschätzen aber es waren schon ein paar Stunden wie ich denke… empfing Shaw einen Funkspruch. Die andere Seite konnte ich nicht verstehen, aber Shaw’s knappe Antwort lautete in etwa „Bestätigt, haben das Paket, bereit für den Transfer von drei Personen an meinen Koordinaten.“

Dann stellten er und der zweite Mann sich rechts und links neben mir auf und der Beamvorgang wurde eingeleitet.

Als wir uns wieder materialisierten erkannte ich die Umgebung als Transporterraum eines Orionischen Schiffes anhand von Beleuchtung, Bauteile und Design der Computerpanels an den Wänden. Vor der Transporterplattform stand Sean Wilkins mit einem selbstzufriedenen Grinsen und hieß mich überschwänglich willkommen auf seinem Schiff. Immerhin wusste ich nun woran ich war bei der Situation und begann gezielt, meinen Geist durch vulkanische Konzentrationsübungen abzuschotten, davon ausgehend dass er mich nicht aus reinem Spaß hatte entführen lassen. Eine solche Operation erfordert kein geringes Maß an Vorbereitung.


SD 238306… oder 238307… Verhör durch Sean Wilkins


Wilkins entließ Shaw und den anderen Mann und ließ mich durch zwei Orioner in einen Raum bringen den ich am ehesten als Verhörzimmer klassifizieren würde. Nachdem er mich auf einer Liege durch ein ausgeklügeltes Kraftfeld gesichert hatte begann er zunächst damit, mit seinen Errungenschaften der letzten Monate zu prahlen…

Anscheinend hatte er es innerhalb des Syndikats zum Äquivalent eines Captains gebracht und erzählte großspurig dass er vorhatte, eine schlagkräftige Task-Force für das Orion-Syndikat aufzubauen… ausgestattet mit modernster Technik und in der Lage, ich zitiere „Der Föderation so richtig die schlaffen Hintern zu versohlen“.
Dann kam er endlich zum Punkt: Er wollte von mir wissen, wie viele Sternenflotten-Undercover-Agenten derzeit gegen das Syndikat ermitteln, wie sie heißen und wo sie sich aufhalten. Er wollte wissen, wie viel über die derzeitigen Aktivitäten des Syndikats bekannt ist, ob es Doppelagenten innerhalb des Syndikats gibt. Ferner die derzeitige Kampfstärke der Sternenflotte in diesem Raumgebiet, wie gut einige nahegelegene Raumbasen geschützt sind  und Zugangscodes für Sicherheitssysteme von Schiffen.

Ich ging auf seine Fragen nicht ein, auch wenn ich auf einen Großteil davon ohnehin keine Antwort gehabt hätte, sondern schwieg und konzentrierte mich auf vulkanische Konzentrationstechniken um meinen Geist abzuschotten. Er versuchte es zunächst mit Drohungen, dann mit einer schmerzinduzierten Verhörtechnik und schließlich legte er eine Injektion.

Ich vermutete eine Droge – was später durch die Aussagen der Mediziner der USS Columbia bestärkt wurde. Das Mittel begann meinen Kopf schwammig werden zu lassen, aber die Fokussierungeübungen halfen mir, dagegen anzukämpfen.  


SD 238307.194 Befreiungsaktion durch das Aussenteam der USS Columbia


Irgendwann eine für mich unbestimmte Zeit später begann der Beschuss des Orionischen Schlachtschiffs… Die Treffer auf die Schilde waren deutlich zu spüren. Wilkins begann zu fluchen und aktivierte mehrere Kraftfelder im Raum. Er erhöhte die Dosierung der Droge. Nur kurze Zeit darauf ertönte Phaserfeuer in den Gängen… stetig näherkommend. Wilkins‘ Prahlereien dass sein Schiff alle Angreifer problemlos besiegen würde klangen immer weniger überzeugt. Die Zeit verschwamm etwas im Nebel der Konzentration…

Irgendwann nahm ich wahr dass einige Personen den Raum betraten, mit Phasergewehren bewaffnet. Sie kamen wegen des Kraftfelds nicht an Wilkins und mich heran. Wilkins nahm eine Phaserpistole in die Hand und änderte irgendetwas an den Einstellungen… Ich traute ihm zu die Waffe auf Töten-Einstellung gestellt zu haben.

Ein- vielleicht zwei Minuten nach dem Eindringen des Aussenteams in das Verhörzimmer erschütterte ein gewaltiger Einschlag das Schiff und die Energie fiel komplett aus. Durch die Erschütterung wurden alle von den Beinen geworfen. Wilkins stürzte gegen die Verhörliege… der Rest anscheinend auf den Boden. Da ich schon gelegen hatte erholte ich mich am Schnellsten von der Erschütterung. Das Kraftfeld das mich festgehalten hatte war ausgefallen und ich griff mir das nächstgelegene… Verhörwerkzeug, ein Messer, und schnellte hoch um Wilkins außer Gefecht zu setzen. Ich erwischte ihn am Hals und zog das Messer durch.

Ich muss an dieser Stelle einräumen, dass dieser Angriff nicht aus dem reinen Affekt heraus entstanden ist. Ich wollte gezielt verhindern dass Wilkins mit seinem Phaser auf das Aussenteam schießen würde und war am schnellsten Handlungsfähig nach der Erschütterung des Schiffes. Darüber hinaus war mir schon die ganze Zeit sehr klar dass Wilkins für die Sternenflotte eine große Bedrohung darstellt weil er eine Sternenflottenausbildung erhalten hat, somit viel über die Flotte weiß und sehr skrupellos ist. Ich habe ihm jederzeit zugetraut, im Falle einer Festnahme einem Gefängnis binnen absehbarer Zeit wieder zu entfliehen weil er sehr erfinderisch und einflussreich ist. Im Falle eines Entkommens hätte er eine noch direktere Gefahr für Schiff und Crew dargestellt da er Rache geschworen hätte. Ich bin mir darüber im Klaren dass eine Befragung von Wilkins für die Flotte von großem Interesse gewesen wäre, aber beim schnellen Abwägen von Risiken und Vorteilen haben die Risiken deutlich überwogen.

Nachdem Wilkins am Boden und die direkte Bedrohung beseitigt war ließ ich den Fokus der Konzentration langsam gleiten weil es… sehr anstrengend war, auch und gerade aufgrund der Drogen. Das Aussenteam war da und sicherte den Raum. Crewman Dazzor half mir von der Liege herunter, Ensign McPherson kniete bei Wilkins. Dann wurde der Befehl zum Beamen gegeben.

Wir wurden direkt in den Transporterraum der Columbia gebeamt, die sich ebenfalls unter starkem Feuer befand. Dazzor brach neben mir zusammen, anscheinend durch multiple Phaser-Burn-Wunden verletzt. Ich bekam am Rande mit dass die Krankenstation überfüllt war und McPherson brachte mich zunächst in die Sicherheitszentrale…  Ab diesem Punkt denke ich ist der Bericht von Ensign McPherson präziser als meine Sicht der Dinge da mir die Droge zunehmend den Kopf vernebelte. Ich wurde irgendwann doch auf die Krankenstation gebracht wo meine Verletzungen versorgt wurden und erfuhr dort von der Entscheidung des Admirals, meinen Dienststatus auf inaktiv zu setzen und meine Sicherheitsfreigaben komplett zu entziehen bis geklärt werden konnte ob ich während der Entführung relevante Informationen herausgegeben hatte.  Ich hoffe das bald geklärt werden kann dass dem nicht so ist und verbleibe bis dahin hauptsächlich in meinem Quartier.

Bericht Ende

Gez. Lucille Javert,
XO der USS Columbia a.D.