Bericht von Lt.SG Javert
Zum Missionsverlauf "künstliches Wurmloch"

Sternzeit 23830106.132
Eine neue Mission!

Ein Tag ist vergangen seit einige Crewmitglieder der Columbia auf dem Holodeck das - nennen wir es mal - Kriminalistik-Training absolviert haben und heute scheint es, als wären meine stillen Bitten nach einer neuen, spannenden Mission endlich erhört worden!
Zusammen mit den Führungscrews der anderen Defiant-Class-Schiffe der Starbase Omega, Lt.Cmdr Navok und Captain Bush von der USS Texas und einigen Mitgliedern unserer eigenen Crew durfte ich an einem neuen Missionsbriefing teilnehmen, das den Einsatzbereich der Omega-Fleet für die nächsten Monate deutlich beeinflussen dürfte!

Wie uns von der Chef-Wissenschaftlerin der wissenschafltichen Raumstation "Horizon" einige Lichtjahre von der SBO entfernt mitgeteilt wurde, ist es gelungen, ein Mikrowurmloch durch Schwingungsmodulation künstlich zu erweitern. Zumindest in der Theorie und der Simulation. Nun hat das Experiment Feldteststatus erreicht und die Defiant-Class-Schiffe der SBO sollen die Horizon-Station dabei unterstützen.

 

Dabei wird die Raumstation Horizon mit ihren Installationen das Mikrowurmloch in die entsprechende Schwingungsfrequenz bringen und die USS Maranello, die USS Hornet und die USS Pegasus sollen die künstliche Erweiterung des Wurmlochs mit ihren Sensoren überwachen. Die USS Texas soll nach erfolgreicher Erweiterung des Wurmlochs eine Sonde hindurchschießen um die Stabilität zu prüfen und herauszufinden, was sich auf der anderen Seite befindet... und wenn alle Daten unbedenklich sind, wird die USS Columbia das erste Schiff sein, das durch das Wurmloch hindurchfliegt um die andere Seite zu erkunden!


Das Kommando über die Columbia soll für diese Mission Lt.Cmdr. Navok übernehmen, da wir noch immer keinen dem Schiff fest zugeteilten Captain haben.

Natürlich sind alle aufgeregt - Wenn alles läuft wie gelpant könnten wir die ersten sein, die eine vollkommen unbekannte und weit entfernte Raumregion erkunden!

 

Sternzeit 23830108.134
Neue Crewmitglieder


An Bord der Columbia laufen die Vorbereitungen zum Experiment auf Hochtouren. Wir haben von der Raumstation Horizon einen genaueren Plan über den Ablauf des Projektes bekommen und alle Abteilungen arbeiten sich konzentriert ein als eine Nachricht von der Starbase Omega eintrifft, dass das angeforderte zusätzliche Personal für die Columbia auf dem Weg zur Luftschleuse ist. Da Lt.Cmdr. Navok noch nicht an Bord ist, mache ich mich also auf den Weg, die drei neuen Crewmitglieder zu empfangen.

An Bord melden sich Crewman 3rd Class Dana Miller, eine halb-Bajoranerin, die in der Abteilung Medizin Dr. Kröll unterstützen soll, Kadett 1st Class und Offiziersanwärter Steven Reynolds, der die verwaiste OPS übernehmen wird und Kadett 2nd Class T'Cadra, eine Vulkanierin, die in der Wissenschaft anfangen wird und sehr versiert im Bereich Astrophysik sein soll.

Kadett T'Cadra hat allerdings ein Problem im Gepäck in Form eines Tribbels in einer versiegelten Box... eine laufende Studienarbeit von ihr, die sie laut ihren Betreuern während ihrer CadetCruise hier an Bord fortführen soll.

Etwas fassungslos dass die Ausbilder der Erde anscheinend so wenig mit Schiffsvorschriften vertraut sind (noch immer sind Tribbels an Bord von Raumschiffen strengstens verboten!) muss ich ihr leider vorerst untersagen, das Tier an Bord zu bringen. Ich räume allerdings ein, dass Lt.Cmdr. Navok in der Sache das letzte Wort haben wird. Kadett T'Cadra überlässt ihr gurrendes Studienobjekt also vorerst der Stationssicherheit der SBO und kommt an Bord.

 

Sternzeit 23830108.140
Cmdr. Navok über nimmt das Kommando


Nur kurze Zeit nach den neuen Crewmitgliedern kommt Lt.Cmdr. Navok an Bord und übernimmt vor versammelt angetretener Mannschaft offiziell das Kommando über die USS Columbia.
Seiner Kommandoübernahme folgen umgehend mehrere Besprechungen zum Thema Tribble-Studienarbeit... zuerst mit mir (ich rate natürlich dazu, das Tier nicht an Bord zu lassen), dann mit Kadett T'Cadra, die den genauen Zweck der Arbeit und die Sicherheitsmaßnahmen erklären soll, und schließlich mit PO Tara als Sicherheitschefin, PO van Ameling als Vorgesetzem von Kadett T'Cadra und Lt. Kröll, der als Klingone dem Thema Tribbles auch nicht ganz unbeteiligt gegenübersteht.

Die Reaktionen in der letzten Besprechung fallen eher heftig aus. PO van Ameling ist als einziger nur dezent abgeneigt, PO Tara ist rundheraus entsetzt von der Idee und Lt. Kröll droht direkt mit einem Versetzungsantrag auf ein anderes Schiff. Schließlich kann Lt.Cmdr. Navok nicht anders als der Kadettin den Antrag zu verweigern und es kehrt wieder etwas Ruhe ein. Wir versichern Kadett T'Cadra, dass sich eine Lösung für den dadurch erfolgenden Zeitverlust ihres Studiums finden wird.

Sternzeit 23830108.143
Beginn des Experiments Wurmloch-Erweiterung


Schließlich ist es soweit... Alle Crewmitglieder sind auf ihren Stationen, die Columbia dockt von der SBO ab und fliegt mit Warp 9 parallel zu den anderen Defiant-Schiffen und der USS Texas auf die Position, an der das Experiment stattfinden soll.

Gespannt beobachten wir über den Hauptschirm den Start des Experiments:

Die Horizon Station beginnt damit, das Mikrowurmloch in Schwingung zu versetzen und tatsächlich... die Schwingungsfrequenzen bewirken, dass das Wurmloch zwar fluktuiert aber dennoch kontinuierlich wächst!
Nach nur wenigen Minuten hat das Wurmloch schließlich Zielgröße erreicht und stabilisiert sich. Wie geplant schießt die USS Texas eine Sonde durch das Wurmloch um zu messen, was sich auf der anderen Seite befindet und um herauszufinden, ob es gefährlich wäre, hindurchzufliegen.
Die Sonde braucht nur 5 Sekunden bis sie ohne Zwischenfälle das Wurmloch passiert hat und beginnt, Daten zu senden.

Leider kommen die Daten stark fragmentiert an - irgendetwas stört die Sonde! Eine Analyse macht schnell klar, dass die Sonde einwandfrei funktioniert aber etwas auf der anderen Seite des Wurmlochs die Sensoren verwirrt - was ja nun zahlreiche Gründe haben kann und nicht unbedingt etwas gefährliches bedeuten muss.
Aus diesem Grunde empfiehlt die Horizon Station wissensdurstig, dass die Columbia nun also hindurchfliegen solle um nachzusehen was die Sonde stört, was Lt.Cmdr. Navok nur zu gerne als Befehl entgegennimmt und den Durchflug durch das Wurmloch anordnet.

Ich gestehe, in diesem Moment eine Liste von Unfallszenarien vor den Augen gehabt zu haben. Wo ist nur der Forschergeist geblieben? Vielleicht ein Restphänomen von meiner Zeit in der Sicherheit. Oder von den Missionen, die die Columbia bereits hinter sich gebracht hat. Ich bemühe mich um professionellen Optimismus als das Schiff Kurs auf das Wurmloch nimmt.


[ Das künstliche Wurmloch - Momente vor dem Durchflug ]

Der Durchflug durch das Wurmloch ist schnell, glatt und unspektakulär.
Allerdings kommen wir in der Nähe einer Sonne heraus und haben somit gleich eine Erklärung für die Fragmentierten Daten, die die Sonde geliefert hat: Ihre Funktion wurde durch die Sonnenwinde gestört!

Pflichtbewusst scannt die OPS zunächst das System in dem wir uns befinden:
Es hat mehrere Planeten... Einen Klasse M-Planeten, einen Eisplaneten mit Mond, einen Marsähnlichen Planeten, ein ausgedehntes Asteroidenfeld und einen Gasriesen mit sieben Monden.
Die Auswertungen der Scans ergeben jedoch keinerlei Anzeichen für Zivilisation oder Intelligentes Leben im System.
PO van Ameling prüft in der stellaren Kartographie die Scans des Systems und versucht sie mit den bekannten Stellarkarten abzugleichen um herauszufinden, wo wir gelandet sind.
Er ist erfolgreich!
Den Stellarkarten zufolge befinden wir uns im Serseret System, 150 Lichtjahre von der Starbase Omega entfernt. Das Serseret-System liegt in unbekanntem Gebiet ausserhalb des Föderationsraums und weitab vom romulanischen Reich. Mit maximaler Warpgeschwindigkeit wäre man (ohne Nutzung des Wurmlochs) 5-6 Monate bis zum Föderationsraum unterwegs.

Wir befinden uns also tatsächlich in bisher unerforschtem Gebiet! Auf echtem Neuland, das bisher noch kein Föderationsmitglied betreten hat! Alle Paranoia beiseitegelassen: Es ist ein erhebender Moment!

Sternzeit 23830108.152
Erste Erkundung des Serseret-Systems


Die Horizon-Station beauftragt uns, das System genauer zu erforschen und die Umgebung des Systems mit Sonden zu erkunden. Natürlich machen wir uns sofort an die Arbeit!
Die Crew ist positiv angespannt und hochkonzentriert bei der Sache - wann hat man schon einmal die Gelegenheit, als erstes Föderationsschiff ein neues System zu erforschen?

Wir starten zunächst zu einem Rundflug um den Klasse-M-Planeten um diesen genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Planet ist lebensfreundlich, zeigt einige Anzeichen von Flora und niedrig entwickelter Fauna, jedoch keinerlei Anzeichen für Zivilisation. Wir hinterlassen eine Planetare Forschungssonde und fliegen weiter zum Eisplaneten. Dieser ist weniger spannend weil eindeutig lebensfeindlich... Dennoch wird er ausgiebig gescannt.
Es geht weiter zum Marsähnlichen Planeten, auch hier stellen wir schnell fest, dass Leben hier unmöglich oder zumindest sehr unwahrscheinlich ist. Auch hier sammeln wir ausreichend Scandaten bevor wir zu einem Asteroidenfeld weiterfliegen, das nach ersten Scans aus den Bruchstücken eines Planeten besteht, der vor Tausenden von Jahren zerbrochen ist.

Hier findet sich etwas Interessantes:
Im Asteroidenfeld befinden sich Spuren von Illium 629, einem Stoff, der beim Zerfall von Dilithium entsteht! Ausserdem entdeckt die Wissenschaft bei genaueren Scans Teile der ehemaligen Planetenkruste und darin Rohdilithium. Dieser Fund gibt Anreiz zu genauerer Untersuchung und die Wissenschaft beamt Proben aus dem Asteroidenfeld aufs Schiff. Wenn hier wirklich höhere Mengen an Dilithium zu finden sein sollten, hätte sich die Forschungsarbeit zur Erweiterung des Mikrowumlochs schon sehr gelohnt!

Die Columbia setzt derweil Kurs auf den Gasriesen und seine Monde und scannt auch dieses Gebiet, allerdings haben weder der Gasriese noch seine Monde Besonderheiten zu bieten.
Die Wissenschaft ist inzwischen jedoch mit den Untersuchungen der Asteroidenproben fertig und kommt ziemlich aufgeregt zum Bericht auf die Brücke: Die wenigen Proben enthalten schon große Mengen an Dilithium! Man mag gar nicht hochrechnen, wieviel sich im Rest des Asteroidengürtels befinden mag - es ist die reinste Goldgrube, sprichwörtlich gesehen!
Dies ist nun ein Fund mit dem es sich lohnt, die derweil schon gespannt wartende Horizon Station zu benachrichtigen!
Deutlich zufrieden mit diesen ersten Berichten und Funden erteilt die Station den Befehl zur Rückkehr durchs Wurmloch.

Dieser läuft jedoch nicht ganz so glatt wieder Hinflug:
Es dauert deutlich länger, Fluktuationen im Wurmloch schütteln die Columbia ordentlich durch und als wir doch endlich hindurch sind, kollabiert das Wurmloch direkt hinter dem Schiff, was den Ein- oder Anderen etwas blass um die Nase werden lässt.
Die Horizon Station ist beunruhigt und erleichtert zugleich und kann sich vorerst nicht erklären, was der Grund für die Kollabierung war, macht sich aber sofort an die Nachforschungen.

Einige Minuten des Wartens später bekommen wir schließlich Nachricht von der Horizon Station: Das Wurmloch kann nur für einen bestimmten Zeitraum mit der Schwingungsverstärkung "offen", also in ausgedehntem Zustand gehalten werden. Mit der Zeit verstärkt sich die Eigenschwingung des Wurmlochs so sehr, dass es insgesamt instabil wird und kollabiert. Danach braucht das Wurmloch einige Zeit Pause, bis die Schwingungsfrequenzen sich beruhigt haben und es wieder geweitet werden kann. Wie lange dies "Pause" sein muss, müssen die Wissenschaftler der Horizon Station erst noch berechnen.

Sternzeit 23830108.170
Debriefing


Bei der allgemeinen Nachbesprechung der erfolgreichen ersten Mission jenseits des Wurmlochs ist die Euphorie groß: Das Experiment war ein vielversprechender voller Erfolg! Die Missionen auf der anderen Seite sollen auf jeden Fall fortgesetzt werden und Admiral Quintus hat den spontanen Plan gefassst, das Serseret-System und vielleicht auch angrenzende Systeme für die Sternenflotte nutzbar zu machen.
... Nicht zuletzt natürlich um die gewaltigen Dilithium-Vorkommen zu sichern!
Lt.Cmdr. Navok kehr bis auf weiteres auf die USS Texas zurück.

Sternzeit 23830410.143
Drei Monate Später
Etablierung einer Sternbasis auf der anderen Seite des Wurmlochs


In den letzten drei Monaten ist die Columbia noch einige weitere Male durch das Wurmloch geflogen - jedes Mal ohne besondere Vorkommnisse.
Das Wurmloch ist stabil und alle 7 Tage für 4 Stunden passierbar

Im Serseret-System befindet sich eine Sternbasis der Föderation im Aufbau und mit der Förderung des Dilithium wurde bereits begonnen. Dr. Kröll und Chief Benz sind derzeit auf besagter Basis, wo Ersterer den Aufbau der Krankenstation und Zweiterer den Aufbau der Bergbaumaßnahmen und Technischen Einrichtungen überwacht.
PO Miller hat derweil die Leitung der medizinischen Station auf der Columbia und kann im Notfall von Crewman Rubinion und Kadett Jarok unterstützt werden.

Es steht eine neue Mission an, über die diesmal Lt.Cmdr. Gallagher das Kommando führen soll.

Sternzeit 23830410.210
Commander Gallagher übernimmt das Kommando


Lt.Cmdr. Gallagher kommt an Bord und bringt Dr. Kröll mit, der nicht sehr Freundliches über das Stationspersonal der neuen Station zu berichten weiß.
Der Lt.Cmdr. übernimmt offiziell das Kommando über die Crew und spricht bei der Gelegenheit die offizielle Beföderung für PO Tara zum Petty Officer 1st Class aus.

Es folgt eine Besprechung:
Lt.Cmdr. Gallagher berichtet, dass in den letzten 3 Monaten die andere Seite des Wurmlochs sehr sorgfältig untersucht wurde. Es wurden nach wie vor keine Anzeichen für die Existenz einer Warpfähigen Zivilisation gefunden, dafür hat die von uns losgeschickte Langstreckensonde schon etwas Vorarbeit geleistet und einige Klasse-M-Planeten, Pre-Warp-Zivilisationen, Ruinen und interessante Stellare Anomalien gefunden.
Mittlerweile sind dafür 8 Minengesellschaften im Asteroidengürtel aktiv mit dem Dilithium-Abbau beschäftigt.

Die Raumbasis 114 ist mittlerweile fast fertig ausgebaut und in gutem Zustand. Die USS Columbia soll ein noch fehlendes Langstrecken-Scanner-Modul per Traktorstrahl zur Station bringen und im Anschluss eine weitere Forschungsmission im Serseret-System starten. Zweck ist die Untersuchung des Serseret-Systems, anderer, angrenzender Systeme und Stellarphänomene und die weitere Kartographierung der Region.

Zudem soll die Columbia für 4 Wochen dem Schutz der Raumbasis zugeteilt sein - Das ist auch der Zeitraum, in dem Lt.Cmdr. Gallagher das Kommando führen wird.
Nach Ablauf der vier Wochen wird eine andere Defiant-Class der SBO diese Aufgaben übernehmen und die Columbia soll zurückkehren.

Sternzeit 23830410.220
Wieder durch das Wurmloch


Der Flug durch das Wurmloch mit dem recht großen Langstreckenscannermodul am Traktorstrahl ist eine Herausforderung, läuft aber glatt.
Als wir die Sternbasis 114 rufen, antwortet diese jedoch nicht!

Scans der Station ergeben auf und an der Station selbst nichts ungewöhnliches - zeigen jedoch 5 Schiffe unbekannten Typs, die sich gerade mit einem Modul der Station im Schlepptau entfernen.
Auch diese Schiffe reagieren nicht auf unsere Rufe - vorerst - und als sie es tun, nicht auf die erhoffte, diplomatische Weise: Sie entlassen das Modul aus ihren Traktorstrahlen, schwenken auf die Columbia ein und begeben sich in Angriffsformation.

Uns bleibt nichts als die Verteidigung und einGegenangriff, da die gegnerischen Schiffe jegliche Kommunikationsversuche ignorieren. Der Kampf ist hart, unsere Schilde durchschlagen, aber schließlich gelingt es , die Schiffe zu besiegen, welche sich jeweils im Moment der Kampfunfähigkeit selbst zerstören so dass nichts bis auf wenige Trümmerteile übrigbleibt.

Wir sammeln das gestohlene Bauteil wieder ein und rufen die Station erneut - diesmal mit Erfolg!
Der Kommandant der Station antwortet unseren Rufen höchstpersönlich... allerdings mit einem herzhaften Gähnen und im Morgenmantel! Er erklärt das späte Antworten auf die Rufe damit, dass die Nachtschicht anscheinend bedauerlicherweise eingeschlafen ist... man hätte ja so hart gearbeitet in den letzten Tagen.
Es ist förmlich zu spüren, wie ein Unterdruck auf der Brücke entsteht als Lt.Cmdr. Gallaghers Gesicht rot anläuft, er um Fassung ringt und nur Sekunden später den perplexen Kommandanten auf die Größe eines Origamitierchens zusammenfaltet.

Um es kurz zu fassen: Nur eine halbe Stunde später ist die Columbia ihren zugeteilten Kommandierenden Offizier wieder los weil Lt.Cmdr. Gallagher spontan das Kommando über die Starbase 114 übernommen hat um diese "auf Fordermann" zu bringen.
Das Kommando über die Columbia geht folgerichtig an mich (war ich nicht ins Kommando gewechselt um keinen Doppelposten mehr ausüben zu müssen??) und wir machen uns auf den Weg, unsere Forschungsmissionen im Serseret-System und darüber hinaus zu erledigen.

Sternzeit 23830411.120
1. Missionsteil: Kometenschweif im Merkatak-System


Unsere erste Aufgabe ist, ins Merkatak-System zu fliegen, wo sich der Komet HK-47883 kurz vor dem sonnennächsten Punkt befindet. Die Scans unserer Langstreckensonde lieferten Hinweise auf eine ungewöhnliche Zusammensetzung des Kometen. Unsere Aufgabe: Aufzeichnungen machen und eine Materialprobe aus dem Schweif des Kometen entnehmen.

Da dies eine hervorragende Aufgabe ist um den Wissensstand und das Können unserer Kadetten an Bord zu testen, überlasse ich die Durchführung der Aufgabe Kadett Reynolds von der OPS in Zusammenarbeit mit Kadett T'Cadra unter der Koordination und dem prüfenden Blick von Chief Benz.


[ Der Komet im Merkatak-System ]

Der Ablauf dieses Missionsteils verläuft ohne Zwischenfälle oder besondere Ereignisse. Die Materialproben werden an Bord gebeamt und sollen während des Weiterflugs zum nächsten Missionsteil genauer untersucht werden. Mit der Leistung der Kadetten bin ich bisher sehr zufrieden.

Sternzeit 23830411.124
2. Missionsteil: Sonneneruption im Shepibus-System


Unsere zweite Mission ist deutlich komplizierter:
Im Shepibus-System sollen wir Tests zum sogenannten Sonnenschild-Manöver durchführen. Hierzu haben wir folgende Vorab-Informationen:

2370 gelang es Ens. Zandra Taitt (Wissenschaft, Fachbereich Solardynamik) und Lt. James Barnaby (Security) durch Aussenden eines hochenergetischen Partikelstrahls eine künstliche, zielgerichtete Sonneneruption zu erzeugen. Sie modifizierten dazu die Traktorstrahlprojektoren.

Das Shebipus - System wurde für den Test ausgewählt, weil es dort kein Leben gibt und die Sonne in ihren Charakteristika stark von der Sonne von 2370 abweicht. Es soll festgestellt werden, ob es auch bei diesem Typ die Möglichkeit einer künstlichen Sonneneruption gibt.
Dazu sollen wir in die oberste Schicht der Korona eindringen. Eine größere Annäherung an die Sonne ist nicht erforderlich, die methaphasischen Schilde werden in dieser Höhe keine Probleme haben, die Strahlung und Hitze abzuhalten.
Wir sollen die Traktoremitter anhand der vorhandenen Daten konfigurieren und ortsspezifische Anpassungen durchführen. Dann sollen wir eine Sonneneruption in sicherer Entfernung vom Schiff erzeugen und Meßergebnisse sammeln.

Diese Mission macht die Crew bei detaillierter Beschreibung mehr als nur etwas nervös. Es ist nicht nur ein schwieriges Manöver: Es ist eins, das bei Fehlern in der komplizierten Kalkulation leicht fatal enden kann. Sonneneruptionen sind wie betazoidische Frauen: Schwierig einzuschätzen und hochexplosiv, wenn zur falschen Zeit an der falschen Stelle getroffen... und wenn sie hochgehen sollte man am besten weit, weit weg sein. (Ein Prinzip, das schon mein Vater vor vielen Jahren weise befolgte).

Doch allen Befürchtungen und klugen Einwänden zum Trotz: Wir haben eine Mission zu erfüllen und so stürzt sich die gesamte Crew fieberhaft in Berechnungen, Simulationen und die Einrichtung aller erdenklicher Vorsichtsmaßnahmen.


[ Berechnung der Sonneneruption ]

Schließlich sind die Berechnungen beendet - so genau es eben geht - und ich bin froh, wenigstens eine Kadettin an Bord zu haben, für die Astrophysik nicht nur ein Nebenfach an der Akademie war.
Also wird das Experiment gestartet: Wir schießen den Partikelstrahl auf den berechneten Punkt an der Sonnenoberfläche ab und erzeugen folgerichtig und eine Sonneneruption.

Wie die Praxis nun zeigt waren unsere Berechnungen leider nicht ganz korrekt: Die Sonneneruption ist deutlich größer als erwartet und vor allem zu dicht am Schiff, welches gewaltig durchgeschüttelt wird!
Die Schilde halten nur knapp (und sind hernach sehr verkohlt) und PO McPherson wird im Gang hinter der Brücke von einem explodierenden Panel getroffen und schwer verletzt auf die Krankenstation gebracht!


[ Die Sonneneruption ]

Objektiv betrachtet hätte es auch viel schlimmer kommen können und bei aller Sorge um PO McPherson bin ich doch auch erleichtert, dass es bei den vergleichsweise geringen Schäden geblieben ist.
Den Aufzeichnungen über die Sonneneruption füge ich eine gepfefferte persönliche Notiz über Sinn, Unsinn und unnötige Risikofaktoren solcher Experimente bei und gebe dann die Instruktionen an die Crew über den dritten Missionsteil aus.

Sternzeit 23830411.192
3. Missionsteil: Doppelstern im Secath-System


Unser letzter Missionsteil besteht darin, ins 6 Stunden entfernte Secath-System zu fliegen und dort ein Doppelstern-System genauer unter die Lupe zu nehmen.
Es handelt sich um einen Roten Riesen und einen Neutronenstern, der fortwährend Energie vom roten Riesen abzieht. Wir werden einen zweistündigen Langzeit-Scan durchführen um genaue Daten über den Materie-Transfer zu sammeln.


[ Das Doppelstern-System ]

Als wir im Secath-System angekommen sind, teile ich die Crew in drei Teams:
Eines soll sich mit der Analyse des Kometenschweifs aus dem Merkatak-System beschäftigen,
Eines die gesammelten Daten der Sonneneruption genauer auswerten und eines die Daten des Materietransfers überwachen und zeitgleich auswerten.

Etwa eine Stunde später liegen die ersten Scan-Ergebnisse vor und eine Unregelmäßigkeit wird entdeckt: Es gibt Abweichungen in den Daten zwischen dem oberen und unteren Sensordeck.
Um herauszufinden, ob die Unregelmäßigkeiten mit unserer derzeitigen Position zusammenhängen gebe ich den Befehl, die Columbia auf eine andere Position relativ zum Doppelstern-system zu bewegen und Ensign Linnert setzt sofort einen neuen Kurs - doch sehr zu seinem Erstaunen geschieht nichts! Die Columbia bewegt sich nicht von der Stelle.

Sofort beginnen die Fehleranalyse und alle möglichen Versuche, das Schiff doch vom Fleck zu bewegen - ohne jeden Erfolg.

Wenige Minuten später bricht PO McPherson auf der Brücke zusammen. Sie kommt nur Sekunden später wieder zu Bewusstsein und kniet noch verwirrt auf der Brücke, als plötzlich eine zweite PO McPherson ähnlich verwirrt aussehend in der Tür zur Brücke steht und nur momente später wieder verschwunden ist.

Die Brückencrew tauscht Blicke aus um sicherzugehen: Nein, keiner von uns hat halluziniert, ja, jeder von uns hat kurzzeitig zwei PO McPherson gesehen!
PO Tara prüft das Naheliegende: Die internen Sensoren, und tatsächlich haben auch die Sensoren für einige Sekunden zwei PO McPherson registriert! Als hätte es sie zweimal gegeben!

PO McPherson wird sofort zu näheren Untersuchungen auf die Krankenstation gebracht und der Rest der Crew sammelt sich zur Problemerörterung im Besprechungsraum.

Die Besprechung dauert eine Weile, ist aber sehr effektiv und die Problematik ist bald darauf nach einigen Theorien und deren Überprüfung eingegrenzt:

1.: Wir befinden uns anscheinend in einem Tyken-Spalt, einer Anomalie in der alle erzeugte Energie im Moment ihrer Erzeugung in ein paralleles Universum abgeleitet wird.
Das heißt konkret, dass wir keinerlei Energie erzeugen können und dass uns vorerst nur die in den Batterien verbliebene Energie zur Verfügung steht... heißt, wir müssen einen Weg gefunden haben, aus dem Tyken-Spalt zu entkommen bevor unsere Batterien leer sind.


[ Schematische Darstellung des Tyken-Spalts ]

2. PO McPherson, die auf leichten Dienst gesetzt ist und nun im Rollstuhl durch den Maschinenraum verkehrt, ist offenbar einem temporalen Phänomen erlegen, das der Explosion der EPS-Leitung im Shepibus-System zugrunde liegt. Bei der Explosion ist PO McPherson anscheinend mit einer hohen Dosis von Radio-Isotopen der Delta-Serie in Kontakt gekommen.
Nachforschungen von Kadett T'Cadra zufolge gab es einen solchen Vorfall schon einmal auf DS9. Damals hatten die Isotope in Kombination mit der Strahlung der Quantensingularität eines Romulanischen Warbird bei einem Crewmitglied für ähnliche Temporale Sprünge gesorgt.

Sternzeit 23830411.212
Unverhoffte Angriffe


Die Befürchtung, es eventuell mit getarnten Romulanern zu tun haben zu können, wird nur kurze Zeit später kräftig geschürt: Direkt neben der Columbia taucht auf einmal eine Plasmawolke auf und explodiert! Die Schilde halten knapp stand, aber der Waffentypus würde zu Romulanern passen.
Fakt ist: Wir sind nicht allein im Tyken-Spalt. Es ist noch ein weiteres Schiff hier, offenbar denselben Problematiken unterworfen wir die Columbia, und es hat uns angegriffen.
Da wir jedoch erstens nicht wissen, wo sich der Gegner befinden könnte und zweitens ein Gefecht mit Wurfgeschwindigkeit ziemlich sinnlos ist, erwidern wir den Angriff nicht sondern konzentrieren uns weiterhin auf die Lösung des Problems: Nämlich, wie wir aus dem Tyken-Spalt entkommen können!

Um PO McPhersons Gesundheit steht es derweil zunehmend schlechter: Ihre Zeitsprünge erfolgen ungefähr stündlich und jedes Mal bricht sie danach zusammen. Zudem hat sie jedes Mal kurze Erinnerungen an ihre Zeit in der Zukunft!
So warnt sie uns vor einem Angriff durch die Aliens (offensichtlich doch keine Romulaner), die die Columbia in etwas über einer Stunde angreifen werden! Sofort befehle ich gelben Alarm und lasse die Crew bewaffnen!
Uns bleibt die Stunde um uns Vorzubereiten - wir haben leider keine Möglichkeiten, den Angriff zu verhindern - und so wird die Columbia präzise um die genannte Zeit von Aliens in weißen Raumanzügen geentert, die für Phaser in Betäubungs-Einstellung unempfindlich sind.
Mit Burn-Einstellung gelingt es schließlich, die Aliens zu schlagen, die unmittelbar nachdem sie zu Boden gehen wieder von Bord gebeamt werden, und die noch eine Bombe als Abschiedsgeschenk hinterlassen, welche gerade noch rechtzeitig entschärft werden kann!

Wir sind nun immerhin etwas weiter: Wir wissen, dass die Agressoren keine Romulaner sind, können nur vermuten, dass sie genau wie wir im Spalt gefangen sind und haben eine entschärfte Bombe ihrer Technologie an Bord.
Zudem können wir nun eine Quantensingularität als Auslöser für PO McPhersons Zeitsprünge ausschließen und so kommt die Wissenschaft schließlich auf eine viel naheliegendere Lösung: Die Strahlung, die die Zeitsprünge bewirkt, wird vom Neutronenstern emittiert!
Alle arbeiten weiterhin fieberhaft an Lösungsansätzen als PO McPherson die Dringlichkeitsstufe noch etwas heraufsetzt mit der Voraussage, dass die Aliens in einer Stunde die Columbia aus nächster Nähe angreifen werden!
Unmittelbar nach dieser Botschaft bricht sie mit einem Blutgerinnsel im Hirn zusammen und Dr. Kröll macht sich an die diffizile Operation, während der Rest der Crew im Besprechungsraum Lösungsmöglichkeiten bespricht.

Sternzeit 23830411.223
Entkommen aus dem Tyken-Spalt!


Trotz der angespannten Situation und dem Zeitdruck arbeitet die Crew enorm kreativ und effizient! Besonders die Kadetten müssen hier lobend erwähnt werden: Keiner der Neuen an Bord lässt sich durch die brenzlige Situation in der Konzentration stören oder aus der Ruhe bringen und so haben wir binnen kurzer Zeit einige sehr gute Lösungsansätze.

Zunächst versuchen wir natürlich, die unsichtbaren Agressoren mit Kommunikation davon zu überzeugen, dass wir nicht an der Misere Schuld sind und ihren Angriff abzublasen, doch leider antworten diese nicht auf unsere Kommunikationsversuche.
Daher richtet Kadett Reynolds mithilfe der Shuttle-Batterien zumindest einen Beam-Jam ein, der es den potentiellen Eindringlingen künftig schwerer machen soll, an Bord zu gelangen.

PO Tara hat die kreative Idee, die Reste des Kometenschweif-Materials durch die Torpedorohre in den Weltraum zu schleudern um so den unsichtbaren Gegner quasi mit einer "Schippe Dreck" zu bewerfen und somit seine Position bestimmen zu können.
Eine Ausgezeichnete Idee, die eine baldige Ausführung findet... Mit dem Ergebnis, dass die Position des Gegners als bedrohlich nah unter uns bestimmt werden kann. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit!

Derweil haben Wissenschaft und Technik herausgefunden, dass die Sprengkraft der entschärften Bombe, kombiniert mit den hochexplosiven Materialien aus dem Kometenschweif, durchaus ausreichen würde, eine gewaltige Explosion zu erzeugen, die uns Kraft der Druckwelle aus dem Tyken-Spalt bringen würde.

Nachdem die Gegner nach wie vor nicht auf unsere Kommunikationsversuche reagieren, wird das Manöver schließlich genau so ausgeführt!
Der Sprengkörper wird auf den Weg gebracht, wir nutzen den Rest unserer Energie um die Schilde auf volle Kraft zu bringen und dann geht die Bombe hoch!!
Die Explosion ist gewaltig und ihre Druckwelle reicht tatsächlich aus, uns aus dem Spalt zu bringen! Sofort haben wir wieder Energie und bringen alle Systeme so gut es geht hoch, denn das Gegnerische Schift ist durch die Wucht der Explosion getroffen sichtbar geworden.
Es ist eine Bauart, die wir noch nie gesehen haben.
Das Schiff entfernt sich zunächst von uns, schwenkt dann jedoch auf einen Abfangkurs ein. Wir machen uns Gefechtsbereit, doch noch während des Anflugs explodiert das schwer angeschlagene gegnerische Schiff und wird vollkommen Vaporisiert.

Ich bin einerseits erleichtert, dass es nicht zu einem Gefecht gekommen ist, andererseits aber auch enttäuscht: Dies ist nicht direkt die wünschenswerte Art eines Erstkontakts! Vor allem, weil wir überhaupt nichts über die Intentionen der Anderen herausbekommen konnten.

Sternzeit 23830411.234
Abschlussbesprechung und Rückflug


Sobald wir aus der direkten Umgebung des Doppelsternsystems entkommen sind, geht es PO McPherson gesundheitlich deutlich besser und auch die Zeitsprünge hören sofort auf.
Die Columbia setzt Kurs auf die Sternbasis 114 und ich setze eine Abschlussbesprechung an, bei der die gesamte Crew noch einmal über den genauen, exakten Ablauf der Geschehnisse in Kenntnis gesetzt wird. Kritik gibt es keine... die Zusammenarbeit war sehr effizient und professionell!

Die Zeit des Rückfluges wird genutzt um einige rudimentäre Reparaturen durchzuführen und ich nehme mir die Zeit, endlich ausführliche Personalgespräche mit allen Crewmitgliedern zu führen.
Auch hier gibt es keine Probleme: Einige Wünsche nach Fortbildungen, denen wir sobald möglich nachkommen werden und die neuen Crewmitglieder werden anscheinend alle an Bord bleiben, was mich sehr freuen würde.

Zur Entspannung gehen einige Crewmitglieder zum Kampftraining in entspannter Umgebung aufs Holodeck, andere versammeln sich für ruhige Gespräche im Maschinenraum.
Der Rückflug verläuft ansonsten ereignislos und nach einigen Stunden Flug dockt die USS Columbia wieder an der Starbase 114 an.

Bericht Ende
gez.
Lt. Sg. Lucille Javert
XO