Columbia 53
Key Experience
10.05.2391, Sternzeit 23910610.210
Es sind 19 Tage seit der Rückkehr aus dem mittlerweile nicht mehr in alter Form existierenden Candidate 3 System vergangen. Die Columbia wird auf Polaris (mal wieder) repariert – Forschungsflüge in unbekanntes Terrain sind gefährlich – und die Crew arbeitet mit an den Reparaturen oder schiebt Dienst auf Polaris, wo dank Baustellenzustand Unterstützung immer noch gern gesehen ist.
Der Diebstahl:
Commander MacPherson ist zu einer Besprechung ins Wissenschaftslabor der Station unterwegs, um sich mit Wissenschaftlern über weitere Erkenntnisse zum sogenannten ‚Schlüsselartefakt‘ auszutauschen.
MacPherson meldet sich über Comm bei ihrem XO und bricht abrupt ab mit der Frage: „Hey! Was zur Hölle…“
Eine Explosion erschüttert die Station. Sicherheitschef Lt. Doveli meldet sich und bittet die Columbia um Unterstützung. In der Wissenschaftssektion gab es eine Detonation unbekannter Ursache, soweit er weiß ist ihr Captain dort und die Columbiacrew ist räumlich am nächsten dran. Er bittet um Sicherung und Klärung.
Security und Medic eilen vor Ort, Beamen ist nicht möglich, die Situation zu unsicher und die Sensorik ausgefallen.
Hinter der verkeilten Tür zum Wissenschaftslabor bietet sich ein Bild der Zerstörung. Feuer, Rauch, Körperteile, eine Leiche und eine schwer verletzte MacPherson.
Die Medic beginnt zu arbeiten und die Security beginnt zu ermitteln.
Die Ermittlungen führen sie auf die Spur einer Diebin, die vor kurzer Zeit auf Polaris angekommen sein muss. Sie hat einen Wissenschaftler, der mit dem Schlüsselartefakt gearbeitet hat, bezirzt, ausgehorcht, betäubt und ihn seiner Uniform beraubt. Dann hat sie sich mit einer Kopie seines Gesichts auf einer Holomaske und seinen Zugangsberechtigungen in die Wissenschaft begeben. Leider waren trotz der späten Stunde noch MacPherson und zwei weitere Wissenschaftler anwesend. Der vorgebliche ‚Lt. Mervin Forbes‘ alias die Diebin schnappt sich das Schlüsselartefakt (so die spätere Aussage von der halbwegs zu sich gekommenen MacPherson) und flieht, als MacPherson auf sie aufmerksam wird.
Die Diebin – so ermittelt die Security – wirft eine präparierte überladene Energiezelle, um eine kleine ablenkende Explosion zu verursachen, aber leider liegt eine kleine versiegelte Menge Trilithiumharz auf einem Labortisch, und die Entladung bringt das Trilithiumharz ebenfalls zur Explosion, was einen deutlich größeren Schaden verursacht und zwei Wissenschaftler der Station das Leben kostet.
Die Diebin flieht, lässt die Holomaske fallen, die dann aufgefunden wird, und begibt sich zu einem Punkt etwas weiter entfernt, wo sie ihr Schiff kontaktiert, den Kommunikator von Forbes fallen lässt, den man ja nachverfolgen könnte, und auf ihr getarntes Schiff gebeamt wird, das dann sofort auf Kurs und kurze Zeit später auf Warp geht.
Profiarbeit mit kleinen Schönheitsfehlern. Vermutlich bestand Zeitdruck für den Diebstahl. Das Artefakt sollte bald woanders hin gebracht werden. Und es sieht nach einem gezielten Auftrag aus.
Die Brückencrew der Columbia folgt dem fliehenden Schiff sofort und ermittelt zumindest eine Signatur und einen ungefähren Kurs. Direkt in die Shackleton Expanse.
Der mittlerweile behandelte Wissenschaftler kann die Diebin in der Datenbank der Sternenflotte identifizieren – sie ist keine Unbekannte und es wird klar, dass die Diebin Rook auf der Piraten Freihandelsstation Anchorage ihren Stützpunkt hat und vermutlich auf direktem Weg dorthin ist.
Jetzt ist Eile geboten.
Das Artefakt verbleibt vermutlich nicht lange auf Anchorage und könnte dann überall hin verschwinden.
Dank der Verhöre des gefangenen Piraten Jared Freeman wissen sie ein paar hilfreiche Dinge über die Station Anchorage.
Die Abteilungsleister erhalten ein Briefing, denn es wird unerlässlich, dass ein Team aus Spezialisten undercover auf die Piratenstation reist und alles tut, um das Schlüsselartefakt zurück zu bekommen – und nach Möglichkeit die Diebin verhaftet und natürlich Informationen sammelt.
Dossier mit allen verfügbaren Informationen über die Freihandelsstation Anchorage
((OT Anmerkungen in Doppelklammern))
aus den Befragungsprotokollen des Piraten Jared Freeman
Jared Freeman war der Anführer einer Piratencrew mit zwei Schiffen, der Manta und der Rover. Aufgegriffen von der USS Columbia beim Versuch, ein Prospektorenschiff zu überfallen. Die Manta wurde zerstört, die Rover konnte mit einem Teil von Freemans Crew entfliehen, darunter seine erste Offizierin, eine Orionerin namens Vadunni.
Freeman war gelegentlicher Gast auf der Freihandelsstation Anchorage und hat als solcher einige Informationen geliefert. Allerdings ist die Aktualität unbekannt, da die Station ein dynamisches Machtgefüge besitzt, das sich häufig ändert und verschiebt.
Koordinaten der Station Anchorage: 215387,6 zu 178365,4 zu 813276,5
Achorage liegt in einem Asteroidenfeld, teilweise versteckt in einem zentralen, großen Asteroiden. Es ist ein Konglomerat aus zusammengefügten Schiffe, Containern und anderen Bauten. Die Bewohnerzahl schwankt, abhängig davon, wie viele Schiffe gerade anwesend sind. Die feste Bewohnerschaft dürfte bei mehreren Hundert liegen.
Der Freihandelsposten muss über einen bestimmten Kurs angeflogen werden, um Sonden, Verteidigungsanlagen und Raumphänomenen gefahrlos ausweichen zu können.
Freeman hat folgende Route empfohlen: ((man erfinde eine beliebige Route (vergleichbar mit dem Navigieren zu einer Insel ‚umgeben von Riffen, Untiefen und Strömungen inmitten eines Labyrinths aus Felsinseln‘).))
Die Station fragt einen Code ab, der regelmäßig geändert wird. Veraltete Codes sind eine Zeitlang gültig, um Zugang zu erhalten. Ansonsten muss man jemanden kennen, der jemanden kennt und für einen bürgt oder plausibel klarmachen, woher man die Route kennt.
Freemans letzter Codezugang lautete: X9-TRIAD-441
Die Wahrscheinlichkeit, dass er noch akzeptiert wird, liegt bei ca 70%
Freeman beschreibt die Station Anchorage als „freien Hafen mit einer bunt gemischten Bevölkerung von Schmugglern, Dieben, Piraten und geflüchteten Verbrechern, aber eben auch relativ normalen Leute und Familien, die nun mal dort leben und irgendwie zurechtkommen.“
Da die Leute dort aufeinander angewiesen sind, hat sich ein komplexes soziales Gefüge von Nützlichkeit, Schulden, Verbindlichkeiten und Verpflichtungen entwickelt.
Ein nomineller Anführer, der „Holder“, hat die Kontrolle über die Energieversorgung der Station und übt eine Art Rechts- und Sicherheitsfunktion aus. Je nachdem, wer Holder ist, werden Verfehlungen geahndet oder nicht. Recht und Gesetz im Sinne der Föderation gibt es dort nicht.
Als Freeman zuletzt dort war, war ‚Captain Vic‘ die Holder. Das kann sich geändert haben.
Es gibt eine Art Tresorraum, zu dem der jeweilige Holder Zugang hat.
Freeman berichtet von einem zentralen Markt auf dem sich das soziale Leben abspielt. Es gibt Dienstleister, Unterhaltung, die Bar ‚Temporal Hangover‘, Händler.
Für den Umgang mit den Bewohnern gibt es ein paar Regeln, die Freeman als unumstößlich und zwingend beschrieben hat, wenn man auf der Station Fuß fassen will. Er gibt aber keine Garantie auf Vollständigkeit, da er selbst nur gelegentlicher Gast war:
1) Niemand tut etwas selbst, wenn er andere losschicken kann.
„Es ist ein Zeichen von Macht, wenn man viele Leute zu seiner Verfügung hat, die die eigenen Probleme für einen erledigen.
Wer selbst verhandelt oder tätig wird, beweist Schwäche. Also herrscht ein ständiges Hin und Her und Verhandeln und Austauschen.“
2) Niemand tut irgendetwas ohne Gegenleistung.
„Die Gegenleistung kann sehr unterschiedlich ausfallen, aber Gefallen sind bindend. Man sollte nicht versuchen, sich seinen Verpflichtungen zu entziehen, das kostet Ansehen und dann ist man raus.“
3) Die Bewohner wetten gern.
4) Die Unterhaltungskünstler sind so etwas wie Stars, für den einen oder anderen zu schwärmen scheint eine Art Mannschaftssport zu sein.
5) Bei unvereinbaren Konflikten entscheidet ein Zweikampf.
„Ich hab schon eine Schießerei, ein Wettfliegen und ein Wettsaufen gesehen.“
Eine weitere wichtige Sache betont Freeman:
„Der Barkeeper wird nicht angefasst. Er wird nicht blöd angemacht, er wird in Ruhe gelassen und in seiner Bar benimmt man sich! Und die Bewohner legen eine bemerkenswerte Offenheit an den Tag, wenn sie über ihre Taten reden. Naja, wird wohl daran liegen, dass es kein Gesetz gibt. Ich meine, wer soll einen bestrafen, wenn man Scheiße baut? Man schaut, wie weit man gehen kann, bevor man jemanden so angepisst hat, dass der auf die Idee kommt, sich zu rächen. Oder seine Verbündeten. Und selbst dann läuft es eher so, dass man versucht, den Schuldigen zu erpressen oder dazu zu zwingen, einem einen Gefallen zu schulden. Aus dieser Gefallen-Nummer kommt man nur ganz beschissen raus. Fragt mich nicht, wie das auf Dauer funktionieren kann, aber die sind es gewohnt. Jedenfalls wird kaltblütiger Mord echt schräg angesehen. Das scheint als stillos zu gelten. Ist nicht so, dass das nie vorkommt, aber der Schuldige hat danach einen wirklich schlechten Stand und das wirkt sich auf sein ganzes Leben aus, auf seine Geschäfte, seinen Handel.... Also wie auch immer – sie vermeiden es. Prügeleien oder so passieren, aber jemanden abknallen...nee, eher nicht.“
Falls die Föderation vorhat, sich dort umzuschauen, empfiehlt er, sich als neu rekrutierte Piratencrew auf Anchorage einzufinden. Da der Name Jared Freeman auf der Station bekannt sein dürfte darf er als ‚Kontaktperson‘, von der man die Codes habe, genannt werden. Eine passende Legende zu seinem Verbleib sollte vorbereitet werden.
Geheimdienstinformation über seine ehemalige Erste Offizierin, Vadunni:
Eine Vadunni Korath (aus einer der führenden Syndikatsfamilien) wird vom Orion Syndikat gesucht. Sie war verwickelt in einen Zwischenfall auf einem Randplaneten, bei dem die Trinkwasserversorgung mit einem Pathogen geflutet werden sollte. Das Syndikat wollte die seltenen Isotope des Planeten rauben und dafür die Bevölkerung vernichten. Die Föderation bekam Wind davon und schickte ein Schiff. Als wie geplant das Pathogen (als Impfstoff getarnt) von Vadunnis Leuten in die mitgelieferte Wasseraufbereitungsanlage eingebracht wurde, zerstörte Vadunni Korath im Lauf eines Gefechts mit der Föderation mit ihrem Schiff die ganze Anlage auf dem Planeten, wobei ihre Crewmitglieder unten getötet wurden, aber auch das Pathogen zerstört wurde, und floh. Ihre Gründe dafür sind unbekannt. Das Pathogen war hochgradig gefährlich und hätte mit einer hohen Letalität 97 % der Bevölkerung getötet. Das Syndikat hat dadurch jedenfalls einen herben finanziellen Verlust eingefahren und ihr Haus an Stabilität eingebüßt. Das Syndikat verzeiht solch ein Verhalten nicht einfach so.
Ihre Befehle:
Ein kleines, beschlagnahmtes Piratenschiff, mit dem man die Station anfliegen kann, wird vom Geheimdienst der Sternenflotte bereitgestellt und sollte Polaris Station morgen erreichen.
Stellen Sie ein Team aus Spezialisten zusammen, das für eine erfolgreiche Infiltration mit den nötigen sozialen, technischen, kämpferischen und medizinischen Kenntnissen ausgestattet ist. ((alle Spieler, die am Samstag nicht als NSC unterwegs sind))
Eine umfassende lückenlose Legende ist laut Freeman nicht nötig, umfangreiche Kontrollen finden nicht statt.
Die Teammitglieder werden mit einer passenden Menge finanzieller Mittel ausgestattet, um die günstigeren Dienstleistungen der Station in Anspruch nehmen und zur Tarnung ein wenig handel treiben zu können. Die Teamführung bekommt eine größere Summe, falls Bestechungen o.ä. entsprechende Ausgaben erfordern.
((jeder SC bekommt ein paar ‚Währungseinheiten‘ zur Verfügung, um sich Drinks und Nahrung und den einen oder anderen Spaß leisten zu können, aber keine größeren Summen. Die Führung erhält Latinum um den ein oder anderen Handel abzuschließen. Sicher nicht genug, um den Plot zu lösen ;-) Aber wenn ihr eine „plasmamagnetische Linse“ o.ä. erwerben wollt, go for it))
Oberste Priorität:
Das Wiederbeschaffen des sogenannten ‚Schlüsselartefakts‘.
Weitere Prioritäten:
Das Sammeln jeglicher Erkenntnisse über die Station und ihre Bewohner und über weitere Daten der Expanse und ihrer Völker, Bedrohungslagen und mögliche Verbündete.
Die Identifizierung und, wenn möglich, Verbringung der Diebin zurück in den Föderationsraum, wo sie sich für den Diebstahl, die schwere Körperverletzung und die getöteten Wissenschaftler verantworten muss.
Da Sie außerhalb des Föderationsraums operieren, sind Sie weitgehend auf sich allein gestellt. Wir empfehlen Anpassung an die Situation auf der Station und Unauffälligkeit.
Als Neuankömmlinge sind Sie in das bereits bestehende Gefüge nicht eingebunden und laut Freeman ist es notwendig, sich anzubiedern, seine Nützlichkeit zu beweisen und den Bewohnern gefällig zu sein, um wiederum auf Gefallen und Zugriff auf Informationen zu bekommen.
Die Columbia wird Ihnen in einigem Abstand folgen, aber außerhalb der Sensor-Reichweite der Station bleiben. Ihr Team erhält einen Langstrecken-Kommunikator, mit dem es möglich sein wird, das Schiff zu erreichen. Dies ist eine Maßnahme für den Notfall, falls Sie dort schnell weg müssen. Es sollte aber die allerletzte Option sein.
Wünschenswert wäre, dass Sie die Prioritäten so weit wie möglich abarbeiten und die Station dann mit Ihrem Schiff wieder verlassen, so dass niemand dort erfährt, dass die Föderation involviert war.
Diesem Punkt ist Vorrang zu gewähren, auch wenn er bedeutet, dass Sie nicht alle gesetzten Ziele, mit Ausnahme des ersten, erreichen können.
Nehmen Sie Kontakt mit der Columbia auf, sobald Sie sich in sicherer Entfernung zu Anchorage befinden, für ein Rendezvous und gemeinsamen Rückflug.
Viel Erfolg!
Aufbruch nach Anchorage:
Ein paar Stunden später geht es los.
Anchorage ist chaotisch, bunt, bevölkert und ein Hafen wo man so ziemlich alles bekommt, was man braucht, was man nicht will, und die Bewohner sind wie eine Art Dorfgemeinschaft. Man liebt sich, man hasst sich, man feiert und streitet, aber vor allem braucht man sich gegenseitig.
Die Undercover Crew gibt sich als ...Spezialisten für Sonderaufträge aus und wird recht freundlich empfangen.
Es ist üblich, sich beim Holder, eine Art Ordnungsbewahrer, der Instanz für alles Organisatorische, vorzustellen, wenn man das erste Mal kommt.
Holderin Vic liegt tot in ihrem Büro...Ups.
Das ist ja mal unpraktisch. Ein neuer Holder muss her, etliche Kandidaten streiten sich um den Posten und die Möglichkeiten, das Team muss sich überlegen, wie es sich einbringt, wen es unterstützt und wie es sicherstellt, am Ende dabei zu sein, wenn der Kandidat für den Holderposten versucht, in den großen Tresorraum zu gelangen, wo die Kontrollen der Station sind – und wo natürlich auch das gestohlene Schlüsselartefakt versteckt liegt. Das übrigens mehrere haben wollen. Und nebenbei sind so viele Problemchen und Schwierigkeiten der Bewohner zu lösen, um sich einen guten Stand zu verschaffen, dass einem ganz schwindelig werden kann.
Beim Tod eines Holders/Anführers gibt es ein spezielles Protokoll, das eingehalten wird:
Der Barkeeper (der ist DIE Vertrauensperson und hat keinerlei Ambitionen und die dickste Wumme unterm Tresen und er hat die Schlüsselkarte zum Tresorraum) hat es in der Hand wem er Zugang zum Tresor gewährt – aber jeder weiß, dass das Reinkommen in den Tresor nicht das eigentlich Schwierige ist und dann läuft die Zeit:
Jeder darf nur einen Versuch starten, mit seinen Leuten in den Tresor zu kommen, und dementsprechend versucht jeder maximal vorbereitet zu sein.
Ein paar Informationen über die Sicherheitsmaßnahmen kursieren und per Überredung, Erpressung, Überzeugung, ein Netz von Schuldnern und Anhängern muss man diese Informationen zusammentragen und ein fähiges Team bilden.
Sobald sie genug wissen muss das gewählte Team den Kandidaten reinbringen.
Und so ganz nebenbei will jeder aus dem Volk irgendwas…
Sol, die rechte Hand der bisherigen Holderin ist stinksauer über deren Tod, will den Mörder in die Finger bekommen und natürlich jetzt selbst Holder werden. Der Schutz der Station liegt ihm am Herzen. Konkurrenz kann er dabei nicht brauchen.
Vadunni, orionische Piratin, ehemals XO von Jared Freeman mit ein paar pheromonalen Problemen ist aber so eine Konkurrenz und ist mit anderen verbündet, die ihre eigene Suppe kochen. Und als mutmaßliche Syndikatlerin nicht sehr vertrauenswürdig.
Rook, die Diebin, will eigentlich nach dem anstrengenden Job einfach nur einen gemütlichen Feierabend machen und wird statt dessen einen wirklich miesen Tag haben.
Shade, der zwielichtige Sammler hat nicht nur Ambitionen auf das Schlüsselartefakt, sondern nebenbei den Mord an der Holderin angezettelt – mit Hilfe eines entfernten Trillsymbionten, dessen Wirt gestorben ist und der von Shade als Erpressungsmaterial benutzt wird. Was bei den Trillaffinen der Columbia für Schnappatmung und den Wunsch sorgt, den Trillsymbionten in Sicherheit zu bringen.
Sari, die Glücksspielbeauftragte war das Erpressungsopfer und will ihren Trillfreund zurück und am besten nicht auffliegen, weil Mord nicht gern gesehen wird.
Doc und Brain sind das Mediziner- und Wissenschaftlerteam von Anchorage, leicht bis sehr verrückt, nicht unbeteiligt an der Symbiontennummer und an der Herstellung sämtlicher illegaler Substanzen, die auf der Station gern konsumiert werden.
Neon, die Drogendealerin ist ihre Teenagertochter, rebellisch, hat sich der Sekte des Iryax angeschlossen, wird vom Klingonen gemobbt und hat ihre Nase eindeutig zu tief in alles reingesteckt um nicht in Schwierigkeiten zu stecken. Zu groß, um sich Hilfe zu suchen, zu klein um alleine klarzukommen. Ein Scheißalter!
Targan der Klingonische Gangleader versucht krampfhaft, sein Standing zu wahren und nicht in den nächsten fünf Minuten draufzugehen, weil keiner ihn leiden kann. Holder werden könnte ihm dabei helfen, das hält auch der Sektenführer für eine gute Idee.
Krynn der Sektenführer ist ein Akaru, eine unbekannte Spezies aus der Expanse, will unbedingt das heilige Schlüsselartefakt und hat versucht, mit unlauteren Mitteln an die wichtigen Informationen zum Tresor heranzukommen, die die Holderin verwahrt hat – und die jetzt, versteckt in einem Datenchip in einer Kette, irgendwo kursieren und kein Schwein weiß wo.
Weil der Mörder vermutlich auch die Kette geklaut hat. Oder nicht? Wo ist das Scheißteil?
Oder die Attentäter, die nur die Betäubungsbombe im Büro versteckt haben?
Und wer klaut hier eigentlich wem was? Und warum?
Die Künstlerinnen Sunny und Jewel sind die Stars der Station und werden verehrt wie (leider unterschiedliche) Footballteams. Sie liefern sich einen Zickenkrieg und trinken hinterher Tee zusammen. Abgesehen von kleptomanischen Anwandlungen und finanziellen Problemen geht es ihnen gut. The show must go on.
Patch, der Techniker weiß viel über den Tresor aber steckt in der Sekte mit drin und hat an diversen, nicht koscheren Unternehmungen mitgearbeitet und auch sonst so ein paar Probleme.
Raze, der Waffenhändler und Slyra, die Händlerin für Luxuswaren wurden beklaut, keiner will’s gewesen sein, jeder glaubt, der andere war’s, man kommt nicht mehr zusammen und das schafft Versorgungsprobleme, die keiner haben will.
Rae, der Barkeeper weiß alles, will aber nichts und will eigentlich nur wieder den Lieblingsdrink aller, den ‚Temporal Anomaly‘ ausschenken können aber die Geheimzutat fehlt!
Whisper, die Infobrokerin verbringt ihre Tage an der Bar und lauscht und sammelt und trinkt und weiß Dinge.
Pebble, die Flederratte, ist vermutlich ein entsprungenes Laborexperiment aber sie trägt den Code! Das ist wichtig!
Moment...was für einen Code?
Und dann wird auch noch alles geklaut, was nicht bei drei auf dem Baum ist und ein Theaterstück eines bajoranischen vorsintflutlichen Dichters soll auf keinen Fall aufgeführt werden (Titel: Die Unendlichkeit des Orb zwischen Tränen und Staub der Propheten im Mikrokosmos zwischen Schein und Sein.)
Im Ernst, wer will denn so etwas sehen? Nur Sammler und hardcore Fans.
Ein pelziger Kopfgeldjäger schuldet der Medic der Columbia irgendwann einen Gefallen, beinahe hätte Kassabyan schon wieder einen Symbionten bekommen, drei überambitionierte Piraten versuchen verfrüht einen Raid auf den Tresor und scheitern krachend nach ungefähr dreißig Sekunden.
Der Iryax, die Gottheit des Sektenführers, von denen dieser im Tempel jedem gerne erzählt, erinnert wirklich sehr an die Spezies von Assessor Tredik, dem Hüter der Tilikaal.
Eine Duellforderung einer Echse könnte beinahe gefährlich werden, wenn nicht geistesgegenwärtig der Herausgeforderte Melek Tela ein Saufduell mit romulanischem Ale daraus machen würde, was die Echse nach dem Exen des Getränks ext.
Die gestohlene Lieferung Geheimzutat für den Supercocktail taucht wieder auf.
Bündnisse wogen hin und her, Missetaten fliegen auf, Codes werden sabotiert, Informationen ausgetauscht und schließlich haben die Undercoverpiraten der Columbia die verfeindeten Parteien von Sol und Vadunni von einem Bündnis überzeugt und ein Team betritt den Tresor – mit dem Wissen, dass es wahrscheinlich ihren Tod bedeutet, wenn sie scheitern.
Lichtschranken, noch mehr Betäubungsgas, Selbstschussanlagen, automatisches Beamen in eine Kerkerzelle, sich absenkende Decken...es mangelt nicht an Schwierigkeiten.
Aber das Team erreicht den Tresor.
Und findet glücklich das Schlüsselartefakt.
Allerdings besteht die zentrale Energieversorgung der Station überraschenderweise aus etwas, das blau leuchtende unbekannte Energiebahnen anzapft, die Teil des Asteroiden zu sein scheinen...Tilikaaltechnologie – zumindest die fließende Energie. Kein Wunder, dass die Station noch nie ein Versorgungsproblem hatte.
Mit dem richtigen Code kann Sol die Kontrollen übernehmen und sich als Holder ausrufen.
Habemus Holder!
Shade, der eigentliche Missetäter, wird für seinen Mordplan an Ex-Holderin Vic direkt ins All gebeamt, da kennt Sol keine Gnade.
Allerdings hat er mit der Columbia, die sich mittlerweile ihm gegenüber als Föderation (auch wenn er damit nur bedingt etwas anfangen kann) zu erkennen gegeben hat, ein Bündnis geschlossen. Keine Angriffe auf ihre Schiffe, Handel möglich, jederzeit gern gesehene Gäste auf Anchorage. Diebin Rook allerdings wird nicht ausgeliefert. Auch Sari bekommt nur eine Strafe, wird aber nicht für den Mord belangt.
Den Trillsymbionten dürfen sie mitnehmen.
Eine Erkundung der Anlage dürfte irgendwann mit Wissenschaftlern möglich sein.
Nach einer kurzen Siegesfeier hat das Außenteam es eilig zurückzukehren, begleitet von Piratin Vadunni, die noch einen Termin bei den Medics der Föderation hat.
Niemand rechnet mit dem Übereifer eines pelzigen Kopfgeldjägers, der während des Rückflugs überraschend auftaucht, seine Schuld bei Doctor Sanders einlöst und ihm die verschnürte Rook überreicht.
Mist.
Das Bündnis droht direkt wieder zu scheitern. Die Föderation beschließt, Rook postwendend und medizinisch generalüberholt mit einer Entschuldigung zurück zu schicken. Gefallen, die irgendwie mit Gegengefallen und nochmal Gefallen einmal im Kreis rotieren und dann überraschend eingelöst werden...Shit happens. Sie soll sich nur nie wieder im Föderationsraum blicken lassen, sonst trifft sie das Gesetz mit voller Härte. Immerhin ist sie des Diebstahls und Totschlags in mehreren Fällen schuldig. Aber das Bündnis mit Anchorage ist momentan wertvoller und man will es sich nicht mit Sol direkt wieder vergrätzen.
Commodore Wallace kommt dazu, holt sich ein kurzes Update und kündigt an, dass das Schlüsselartefakt aufgrund der letzten Ereignisse zur sicheren Verwahrung in die Hände des ranghöchsten Geheimdienstoffiziers in diesem Sektor übergeben wird. Und dann bekommt es MacPherson in die Hand gedrückt.
Etwa eine Woche später trifft aus Anchorage wieder ein Paket auf Polaris ein, das den Kopf eines pelzigen Kopfgeldjägers mit einer kurzen Botschaft enthält: Entschuldigung angenommen!
Und wer deswegen jetzt ein schlechtes Gewissen hat sollte sich einen Termin beim Counselor sichern.
Anchorage kann vermutlich irgendwann wieder besucht werden. Schließlich hat noch keiner hier die ‚Temporal Anomaly‘ probiert und seit Sols Herrschaft ist Alkohol ab 17 erlaubt, was Neon sehr freut.






