Columbia 52
There be Dragons
21.04.2391, Sternzeit 23910421.735
Die Crew der Columbia befindet sich wieder und noch auf Polaris Station.
Der Abend beginnt mit einem offiziellen Teil, mit einigen Beförderungen in der Führung der Columbia durch Commodore Wallace.
CPO Wynter wird zum SCPO befördert, Ensign Valeris und Ensign Tela zum Lieutenant J.G., Lt. J.G. O’Connor zum Lieutenant S.G. und Lt. Cmdr. MacPherson zum Commander.
Außerdem wird Cmdr. Sinclair zum Captain befördert und erhält das Kommando über die USS Pegasus, die neben der USS Columbia und der USS Tereshkova unter dem Kommando von Captain Hunter das dritte Schiff ist, das nun fest zur 20. Flotte gehört.
Überdies wird die USS Callisto unter dem Kommando von Captain Rothmann mit vielen guten Wünschen auf eine Langstrecken-Forschungsmission in die Expanse geschickt.
Commander MacPherson und die Offiziere werden zu einer Besprechung geholt (wo sie Informationen über die nächste Mission bekommen). Die Crew bleibt in der Mannschaftsmesse der Station, und die Crew der Tereshkova kommt dazu, weil ihr Schiff und ihr Captain auch da sind, und in guter alter Tradition wird zwischen den Mannschaften ein wenig herumgestänkert.
Man fühlt sich an eine sehr ähnliche Situation von vor ein paar Jahren erinnert, die in einer der legendärsten Barschlägereien und anschließenden Anschisse durch die Offiziere mündete, aber diesmal...bleiben die Mannschaften vernünftig.
Man hat in den letzten Jahren zu viel durchgemacht und sich gegenseitig aus der Bredouille geholt.
Missionsbriefing der Führung:
Insgesamt werden derzeit sehr viele Daten gesammelt, und die ersten Daten von bereits losgeschickten Langstreckensonden aus der SE sind eingetroffen. Mehr dazu in einer wissenschaftlichen Präsentation morgen bei Dienstbeginn für die ganze Mannschaft. Auch wenn die Daten zum Teil unvollständig und schwer auszulesen sind – aufgrund der grundsätzlichen Probleme mit gravimetrischen Störungen und Sensorverzerrungen in der Shackleton Expanse - liegen ein paar interessante Daten einer Sonde aus einem System vor, das mit dem Namen Candidate 3 belegt wurde. Die Daten deuten darauf hin, dass das System gleich drei Planeten in der habitablen Zone aufweist.
Das ist äußerst ungewöhnlich.
Genauere Daten oder gar Bestätigungen können aufgrund der Störungen nicht per Sonde erhalten werden.
Befehl für die Columbia:
Survey des Systems. Erste Erkundung und Sammlung von Forschungsdaten für die weitere Auswertung.
Ein weiterer Ausflug in die unbekannten Weiten der Shackleton Expanse steht bevor.
Direkt beim Verlassen des Warp geht es los – roter Alarm, gravimetrische Störungen, irgendetwas kracht ins Schiff. Erstmal sind alle mit Stabilisieren beschäftigt.
Die Science kann einen von den Störungen relativ unbelasteten kleinen Raumsektor in der Nähe des Candidate 3 Systems
ausfindig machen, wo das Schiff erst einmal ausharren kann.
Dort erfolgen Reparaturen und weitere Scans.
Es bestätigt sich: drei Klasse M Planeten in der habitablen Zone umkreisen die Sonne des Systems.
Einer der Klasse M Planeten – der mittlere - ist bedeckt von Ruinen. Ein Sonde wird losgeschickt.
Die anderen Planeten weisen merkwürdige Merkmale auf.
1) einer hatte mal massive Eiskappen – die sind jetzt abgeschmolzen, aber diese Eiskappen hätten im Bereich der Zone, wo der Planet jetzt ist, niemals entstehen können. Sensorproben zeigen außerdem, dass diese Eiskappen erst relativ kürzlich geschmolzen sind, also vor ein paar hundert Jahren. Die anderen Planeten zeigen keinerlei Anzeichen für eine so kürzlich zurückliegende Kälteperiode.
2) der andere Planet hat eine andere Gesteinszusammensetzung. Andere Hinweise lassen vermuten, dass er mal in anderen Entfernungen/Umlaufbahnen zur Sonne unterwegs war, und dass die Veränderung schnell zustande kam (Geologie und Physik, die Rotation und die Umlaufbahn...nichts passt zusammen).
Erkenntnis: Diese Planeten gehören ursprünglich nicht in diese Zone.
Weitere Scans zeigen, dass an den Ruinen des mittleren Planeten an einer Stelle Energiesignaturen sind, allerdings unbekannt welcher Art und wie viel überhaupt. Aber die Energie scheint insgesamt anzusteigen. Sensorstörungen und so weiter und bla…es hilft nichts, ein Außenteam muss auf den Planeten runter, wenn man Genaueres wissen will.
Es gibt mehrere Bereiche mit ähnlichen elektromagnetischen und gravimetrischen Auswüchsen ohne offenbare Quelle. Der Vergleich mit dem Ausstoß von „Dampfwolken“ aus einer großen Maschine drängt sich auf.
Es gibt eine Struktur (ein Turm, oder so etwas Ähnliches) wo die Energie vor allem fließt, da muss die Crew hin. Beamen funktioniert nicht (wieder die Störungen, es ist zu unsicher), das heißt man kann nur so nah wie möglich mit einem Shuttle landen.
Das Außenteam fliegt mit einem Shuttle auf die Planetenoberfläche.
Es ist leer, still und staubig – nichts Lebendiges ist hier. Nur die hohen Ruinen aus metallischem Gestein und der hohe Turm. Ein antikes, außerirdisches Manhattan. Sie folgen Energiesignaturen aus Tetryonen.
Kaum biegen sie auf dem Weg zum Turm um die letzte Ecke, sehen sie vor der Struktur ein paar Klingonen, die mit einem großgewachsenen Wesen in einer dunklen Kutte sprechen.
Die Klingonen eröffnen das Feuer, kaum dass sie die Crew sehen. Das Kuttenwesen verschwindet.
Die Klingonen flüchten schnell oder werden besiegt, aber es ist nicht sicher, dass sie nicht nach Verstärkung rufen konnten.
Die Columbia hält im Orbit die Stellung, während das Außenteam die Turmstruktur betritt und blauen Energielinien folgt, die die komplette Struktur zu durchziehen scheinen und ein irrwitziges Ausmaß an Energie transportieren.
Oben im Turm finden sie eine Art Stele, an der sich die Energie zu sammeln und zu konzentrieren scheint. Der Kuttenträger von unten ist hier oben, allerdings als eine Art Hologramm, das derzeit an mehreren Orten gleichzeitig zu existieren scheint und dadurch schwer beschäftigt ist. Es stellt sich als ‚Assessor Tredik‘ vor, hat aber gerade wenig Kapazitäten für Smalltalk. So lange sie aber nichts anfassen oder zerstören dürfen sie sich hier umsehen.
Assessor Tredik scheint männlich (?) zu sein, hat blaue Haut, spitze Ohren und gehört einer unbekannten Spezies an.
Genau jetzt tauchen oben bei der Columbia altertümliche, aber eindeutig klingonische Schiffe auf, eröffnen sofort das Feuer auf die Columbia und verwickeln sie in ein wildes Raumgefecht. Ein Schuss von einem klingonischen Schiff schlägt unten auf der Planetenoberfläche ein. Das Shuttle des Außenteams wird dabei zerstört.
Der Planet wird plötzlich von Zittern und Erdstößen heimgesucht.
In der Turmstruktur:
Assessor Tredik verfällt nach einem kurzen Schockmoment in hektische Betriebsamkeit und bittet dann doch um Hilfe.
Er ist der hier Anwesende einer Dienerrasse, die der Rasse der Tilikaal, die er als eine Art gottgleicher Herrenrasse ansieht, loyal und treu gedient hat. Er ist ein Wächter, ein Hüter. Seine Aufgabe war und ist es, die hier schlafenden Tilikaal zu schützen. Er selbst weiß, dass der Planet seit längerem nicht mehr sicher genug ist – wie das ganze System - und er wollte nun allmählich seine Schutzbefohlenen in Sicherheit bringen. Die gravimetrischen Stürme haben in einem Maße zugenommen, dass er die Sicherheit seiner Schutzbefohlenen nicht mehr gewährleistet sieht. Und die Technik leidet allmählich. Diese Klingonen waren jetzt gerade durch den Beschuss auch nicht gerade hilfreich. Wenn eine derart zerstörerisch veranlagte Spezies diesen Planeten jetzt entdeckt hat, ist das nur ein Grund mehr, seine Herren hier fortzubringen.
Die Energie des Turms, die er für den Transport von mehreren Millionen (?) Tilikaal benötigt und sammelte (was zur Hölle ist DAS für eine fortgeschrittene Technologie?) hat sich gerade dank des Angriffs ungeplant entladen. Tredik kann nicht alle retten und gleichzeitig die Anlage intakt halten beziehungsweise instand setzen...Tredik ist bisschen im Stress. Er könnte die Hilfe des Außenteams brauchen.
Abgesehen davon, dass das Shuttle für die Rückkehr nicht mehr zur Verfügung steht, der Planet plötzlich sehr instabil wird und die Columbia massiv mit Kämpfen beschäftigt ist und sie nicht rausholen kann – weil Beamen sowieso unmöglich ist.
Das Außenteam muss sich aufteilen. Die Zeit drängt. Assessor Tredik begleitet sie jeweils in Hologrammform und leitet sie an. In anderen Türmen müssen Energieleitungen repariert, Kollektoren stabilisiert und ein Haufen Kram erledigt werden, dessen Verständnis die Gehirne der fähigsten Techniker maßlos überfordert. Aber es reicht für rudimentäre Hilfeleistung, die Tredik zeitlich nicht alleine bewältigen kann.
Zeitgleich auf der Columbia:
Irgendetwas Komisches ist gerade passiert, während die Columbia noch kämpft, nachdem das klingonische Schiff direkt auf den Planeten gefeuert hat. Es gibt plötzlich einen massiven Energiestrahl, der auf den Mond gerichtet ist, und äh, der Mond stürzt ab – auf direktem Kollisionskurs mit dem Planeten! Der Energiestrahl scheint den Mond aus seiner Umlaufbahn zu ziehen!
Auf dem Planeten:
Jetzt gerät Hologramm-Tredik wirklich in Panik, er muss seine Schutzbefohlenen retten (die schlafenden Tilikaal in ihren Kapseln), den Mond kann man nicht am Abstürzen hindern, der Planet ist dem Untergang geweiht und die Klingonen da draußen dürfen nicht rein, denn wenn die die Kontrollen zerstören ist alles aus, dann kann er auch seine Schutzbefohlenen nicht mehr retten. Seine einzige Hoffnung für seine Schutzbefohlenen ist, dass er noch etwas Zeit und Hilfe bekommt.
Mittlerweile stürzen Asteroiden ab, Erdbeben, Explosionen und Detonationen machen dem Außenteam das Leben schwer.
Übrig gebliebene Klingonen versuchen die Turmstrukturen zu stürmen – so wie es aussieht haben die keinen Plan, was hier gerade passiert. Jeder, der imstande ist ein technisches Gerät von einem Kochlöffel zu unterscheiden muss bei den Reparaturen helfen, jeder, der das richtige Ende eines Phasers kennt muss helfen, die Klingonen abzuwehren und die Medics haben alle Hände voll zu tun, Verletzten zu helfen.
Die Columbia besiegt die klingonischen Schiffe, aber es wird klar, dass der Mond zu schnell abstürzt, die Zeit wird nicht reichen – die Crew darf auf halsbrecherische experimentelle Lösungen kommen...
Die Columbia könnte sich in den Strahl werfen (ohne zerstört zu werden) und müsste versuchen, den ableitenden Spiegel zu spielen, damit der Strahl nicht permanent am Mond zieht. Dazu müssen die Deflektorschilde permanent moduliert werden etc., damit der Mond nicht weiter beschleunigt wird. Der Absturz ist nicht zu verhindern, aber man kann ihn ein wenig hinauszögern.
Die Columbia hält diese Position so lange wie möglich, muss sich aber schließlich aus dem Strahl zurück ziehen, um nicht zerrissen zu werden. Dann geht alles ganz schnell.
Die Brücken-Crew hat einen absoluten Logenplatz während des Mondabsturzes und kann nur noch mit fassungslosem Grauen zusehen, wie der Mond auf den Planeten herunter kachelt. Und das Außenteam ist noch unten! Sie haben keine Möglichkeit, sie an Bord zu holen.
Den Anblick, wie der Schatten des näher kommenden Mondes die Planetenoberfläche immer weiter verdunkelt, wird wohl niemand je wieder vergessen, der das mit ansehen musste.
Der Captain gibt den Befehl, auf Abstand zu gehen, als eine Schockwelle über den Planeten rast, die ihn im nächsten Moment vollständig zerreißen wird...
Das Außenteam bleibt mit einem hektisch arbeitenden Assessor Tredik auf dem Planeten zurück, während die Columbia zusieht, wie der Mond auf den Planeten stürzt. Dann...
- Ein Lichtblitz. Grell. Unvermutet.
Ein ganz anderer Ort. Eine Höhle, dunkel. Alle sind da, sowohl das Außenteam, als auch die Crew der Columbia. Ohne das Schiff.
Wie zur Hölle hat der Assessor das hinbekommen? Wo ist die Columbia? Unwichtig.
Die Erleichterung ist groß, als die totgeglaubten Kameraden auch da sind und kein Mond droht ihnen unmittelbar auf den Kopf zu fallen.
Assessor Tredik erscheint und dankt allen für die Rettung von mehreren Millionen Tilikaal-Leben. Er zeigt ihnen die riesige Menge an Stasiskapseln.
Hat er den Raum gefaltet? Wo hat er sie hinteleportiert? Wie?
Egal, sie erfahren etwas mehr über die Tilikaal.
Die Tilikaal sind eine technologisch sehr weit fortgeschrittene Rasse, die neben anderen technischen Höchstleistungen irgendwann versuchten, ihre unsterblichen Aderi (ihre Seelen vielleicht?) von ihren beschränkten physischen Existenzen trennen.
In irgendeiner Weise müssen sie Erfolg gehabt haben, aber Tredik weiß nicht mehr. Außer, dass sie eines Tages alle weg waren und er und seine Artgenossen nur noch die Aufgabe hatten, über die Unversehrtheit ihrer Körper zu wachen und dafür zu sorgen, dass sie bis zur Rückkehr der ‚Aderi‘ unbeschadet überdauerten. Mittlerweile ist das aber wirklich lange her.
Er kann für kurze Zeit ein kleines Dimensionsportal öffnen, denn eine von ihnen möchte mit den Anwesenden sprechen.
Das Portal öffnet sich, und durch Verzerrungen und einen Wirbel von Farben erscheint ein weibliches Wesen mit...Flügeln? Ein Engel? Eine Fee? Ein gehörnter Dämon? Was auch immer?
Ihre Botschaft lautet:
„Mein Name ist Ash’Tamalia von den Tilikaal. Wir sind gestrandet und benötigen eure Hilfe. Wir sind mittlerweile seit Tausenden von Jahren in dieser zerbrochenen Dimension gefangen. Wir müssen hier raus. Helft uns, ihr seid unsere letzte Hoffnung.“
Die Tilikaal scheinen definitiv in Schwierigkeiten zu sein. Aber wer oder was sie sind und ob es eine gute Idee ist, sie herauszuholen bleibt ungewiss.
Assessor Tredik vertraut ihnen ein Artefakt an, das er als „der Schlüssel“ bezeichnet, und auf das sie gut achtgeben müssen, bis sie wissen, wo und zu welchem Zweck es gebraucht wird.
Wenn daran das Schicksal von Millionen Lebewesen hängt muss es jedenfalls wichtig sein, gleichgültig, ob es irgendwann benutzt werden soll oder nicht. Und es ist ein faszinierendes, mysteriöses Stück unbekannter, uralter und geheimnisvoller Technologie, die so weit fortgeschritten sein muss, dass sie wie Magie wirkt.
Tredik bedankt sich, drückt einen Knopf und bringt sie alle mitsamt der Columbia zurück an den Rand der Shackleton Expanse kurz vor der Polaris. Was Raumfaltung im großen Stil halt so möglich macht.
Die Columbia hinkt zerbeult zurück zur Polaris und es gibt viel zu diskutieren und zu analysieren.






